Wochenendmaessig stand in letzter Zeit San Juan del Sur und León auf dem Programm. Vom Slacklinen, Surfen und Party machen am Strand bis zum Baender knuepfen, gemuetlich zusammensitzen und kochen ueber Tanzen zu LatinLive Musik in León, war alles dabei. Sind viel mit unseren Artesanofreunden am Weg und stossen immer wieder auf neue interessante Menschen.
So wie z.B. Francisco, der bei N.P.H. seine Kindheit verbracht hat und seit sechs Jahren wieder selbststaendig lebt. Vor einiger Zeit hat er das Kunsthandwerk - Artesanía fuer sich entdeckt und reist so von Ort zu Ort und verkauft seine Prachtstuecke.
War total lustig, interessant und amuesant mit jemanden, der das Leben in der grossen Familie in unserem Zentrum viele Jahre live miterlebt hat ueber dies und das, Klatsch und Tratsch, Geruechte, Gebraeuche hin oder her zu quatschen. Er hat uns sogar vor einer Woche auf der Insel besucht und wollte eigentlich einen Workshop mit den Kindern verantstalten nur leider schauts im Moment recht knapp mit der Zeit aus und das muss wohl verschoben werden.
Aber man trifft sich wieder... so wie dieses Wochenende, nachdem Nadine und ich mein Schwesterherz und Gasi vom Flughafen abgeholt haben gehts auf nach León, einer der coolsten Staedte, die ich in Nicaragua bis jetzt kennengelernt habe, und Francisco erwartet uns schon in unserem Liebslingshostel "Casa vieja".
hr seht schon, mittlerweile sind wir nicht mehr nur die Touristen, die ueberall das erste Mal hinkommen, bereits kennen wir uns ziemlich gut aus und werden in verschiedensten Orten herzlich wieder begruesst und wenn wir abreisen heissts "bis zum naechsten Mal".
Und ich sags euch das gefaellt mir, man fuehlt sich einfach so zu Hause, trifft seine Freunde und verbringt gemuetliche Stunden miteinander. +hihi+
Auch in San Juan werden wir mit Kuesschen hier und Kuesschen da willkommen geheissen. Das letzte Mal, als wir ankamen und nur einen 5-Minutenweg vom Strand zum Hostel spazierten, brauchten wir fast eine Stunde, weil wir alle zwei Meter stehen blieben um mit jemanden zu quatschen.
In unserer Lieblingsstrandbar dem "Pier" ,in dem ich schon im Dezember viel von meiner Zeit verbracht habe, spannen wir regelmaessig die Slackline und ich sags. das wirkt wie ein Magnet auf die Leute die vorbeispazieren.
Abends sitzen wir dann gemuetlich am Lagerfeuer oder tanzen zu Latino- und Reaggaemusik.
So kann man sichs schon gut gehen lassen und die Wochenenden so ziemlich geniessen. Aber nun endlich mehr ueber mein Leben hier auf der Insel. Ich bin einfach nur gluecklich.
Die Arbeit laeuft super, auch wenn ich sehr viel arbeite und es wirklich anstrengend ist,
klar die Zeit mit den Kindern ist wohl das Kostbarste, was ich erleben darf.
Proyecto Samaritano
Emanuel, unser juengster
Mit unserer kleinen Prinzessin haben wir das Ziel, dass sie selbststaendig essen lernt.
Um dieses Ziel zu erreichen arbeiten wir als super Physio-Ergo-Team an ihrer Feinmotorik, ihrem Haltungshintergrund versuchen durch Stimulationen und verschiedenste Uebungen des Gesichtsbereiches, ihr das Essen mit Loeffel zu erleichtern. Zu unserer grossen Freude koennen wir verkuenden, dass Silvana es geschafft hat einen Loeffel zu ergreifen und genuesslich Haferflocken und Bananenmuss zu essen. Man muss bedenken, dass sie anfangs (im Maerz) kaum einen Baustein ergreifen konnte.
Das Problem ist, dass er es noch nicht schafft ueber diese Position in die Krabbelposition und somit zum Aufstehen zu kommen. Wenn wir ihn in die Stehposition fazilitieren, zeigt er uns grosse Lust loszurennen und versucht es mit ein paar unsicheren Schritten. Also ist unsere Kreativitaet gefragt, um dem Kleinen den Positionswechel vom Sitzen ins Stehen zu erleichtern??!!
Eindruecke aus der Therapie
Kurz Grunsaetzliches zum Projekt, fuer die, die es noch nicht wissen.
Im Proyecto Samaritano arbeiten, inkl. mir, zwei Ergotherapeutinnen und zwei Physiotherapeutinnen mit zusaetzlicher Unterstuetzung von einer Psychologin, einer Aerztin und den Krankenschwestern der kleinen Klinik, die wir bei uns im Casa Santiiago haben, an der Entwicklung beeintraechtigter Kinder, die von ausserhalb des Kinderzentrums, also von verschiedenen Orten der Insel kommen.
Gestartet haben wir im Maerz mit sechs Kindren, die uns die Clinica Esperanza, die auf der anderen Seite der Insel ist, und schon seit einigen Jahren ein sehr aehnliches Projekt am Laufen hat, ueberwiesen.
Mittlerweile sind es 13 Kinder, die wir bis zu drei Mal in der Woche vormittags und auch nachmittags betreuen. Werbung haben wir keine gemacht.
Die Informationsweiterleitung verlaeuft hier ueber die Nachbarschaft. Eine Mutter erzaehlt ihrer Freundin von unserem Projekt, die der Oma, usw. So tauchen immer wieder neue Gesichter auf und fragen nach, ob wir ihnen therapeutische Unterstuetzung anbieten koennen.
Das Projekt finanziert sich von Spenden aus Oesterreich und der Schweiz und ermoeglicht den Familien, dass ihre Kinder gratis Therapie bekommen. Zusaetzlich geben wir Milch und Soya einmal pro Woche, zahlen den Transport zur Therapie und wieder nach Hause, ermoeglichen mit weiterer finanzieller Unterstuetzung Untersuchungen bei speziellen Aerzten, den Kauf von diversen Medikamenten und die Anschaffung von Rollstuhl und KInderwagen.
Ein siebenjaehriges Bub, Alex, mit Down-Syndrom leidet an einem sehr schwachen Herzen. Ich betreue ihn ergotherapeutisch zweimal pro Woche und einige Male hat er jetzt auch schon am Vormittag in der Sonderschulklasse unserer Schule teilgenommen.
Bis jetzt konnte es sich die Familie nicht leisten ihn medizinisch komplett abklaeren zu lassen, geschweigedenn medizinisch einzustellen, was sehr wichtig waere um sein schwaches Herz zu staerken. Mit uns bekommt er somit die Moeglichkeit auf eine Untersuchung beim Kardiologen, um ihn mit den richtigen Medikamten einen sicherern Alltag zu ermoeglichen.
Mit unserer Arbeit stehen wir im staendigen Kontakt mit den Arbeitern der Clinica Esperanza und Nadine und ich koennen eine weitere Sache, auf die wir sehr stolz sind, verkuenden.
Vor einigen Wochen kam die Idee auf eine Fortbildung fuer die Arbeiter der Clinica zu geben, um sie an unseren therapeutischen Kenntnissen teilhaben zu lassen und einen profesionellen Austausch zu ermoeglichen.
So griffen wir das Thema: "wie ermoegliche ich meinem beeintraechtigten Kind selbststaendig essen zu erlenen?" auf, bereiteten einen theoretischen Teil, sowei einen praktischen Teil mit dem Fallbeispiel von Silvana aus unserer Therapie vor und legten mit viel Elan und Motivation los.
Wir verschriftlichten fast 30 Seiten und von unserer Praesentation kann man nur sagen, dass wir sehr viel Anerkennung und Lob bekamen. Die groesste Freude machte uns der Physiotherapeut der Clinica, als er uns einlud die gleiche Fortbildung im Sinne eines Workshops fuer die Muetter und ihre Patientenkinder der Clinica zu geben.
Also klemmten wir uns ein weiteres Mal dahinter, adaptierten die Fortbildung, fuegten noch mehr praktische Uebungen hinzu und stellten uns vor eine Gruppe Muetter mit Kindern und man kann den Workshop als seeehr gelungen betrachten.
Ich zitiere eine Mutter, die zu uns kam und meinte, "danke jetzt hab ich endlich mehr Ideen, um mit meinem Kind zu Hause am selbststaendigen Essen zu ueben!"
Was soll ich da noch gross sagen, stolz bin ich schon, was wir die letzten Monaten zusaetzlich zu der Arbeit bei N.P.H. auf die Beine gestellt haben.
Bald gibts mehr Geschichten... muss jetzt zum Flughafen, um meine geliebte Schwester Alexandra abzuholen... ich hab jetzt naemlich Ferien!!!!!!!!!! +juhuuu+