... ist zwar schon ein bisschen spät aber wünsch euch allen a GUATS NEUS'...
Ich hoff ihr seid alle gut rüber grutscht ins neue Jahr und habts den Jahreswechsel ausgiebig gefeiert.
Nachdem Nadine und ich vor Weihnachten unsere Rucksaecke gepackt haben und uns auf den Weg nach Jinotepe ins Casa Padre Wasson zu unseren Kindern machten verlebten wir eine wunderschoene, emotionale und aufregende Zeit und starteten so mit vollstem Tatendrang ins neue Jahr 2011.
Weihnachten - viele strahlende Kinderaugen, Pinata, Theatervorführung, gutes Essen und Geschenke alle...
Ein Weihnachtsfest wie es im Buche steht. am 24. laueteten schon früh die Wecker im ganzen Hause um alles festlich vorzubereiten, die letzten Kaertchen zu schreiben, Geschenke einzupacken und sich selbst so herauszuputzen, dass man hübsch zurechtgemacht rechtzeitig zur Messe im großen Freiluftfestsaal einzutreffen.
Den Nachmittag vor dem Beginn des großen Festes widmenten wir uns Volunteers und wir feierten mit einem lustigen Wichtelwürfelspiel schon vorzeitig Weihnachten..Geschenke wurden erwürfelt, gestohlen, entzogen, weitergegeben und mit viel Kraftaufwand zurueckergattert. Zum Schluss hatte dann doch jeder ein paar Kleinigkeiten und wir begaben uns wieder unter die Kinderscharen.
Der gesegnete Abend begann mit einer Messe, es folgte ein Theaterstück und anschließend endlich das typische Festtagsessen "Nacatamales" (Reis, Fleisch, Tomaten, Maismasse, Paprika zusammengebunden und verpackt in Platanoblätter und lang gekocht) dazu heißen Kaffee nach Nica-Art, c.h. ZUCKERLSÜÜÜÜÜß...
Mit vollen Magen war Bewegung angesagt, nach und nach wurden Pinatas aufgehängt, gelaufen, getanzt, mit einem Stock hart geschlagen und wenn dann die mit Süßigkeiten gefüllte Pappfigur endlich zu Boden fiel hieß es nur noch -- LAUFT, SPRINGT, KÄMPFT, und schaut was ihr kriegen könnt.
Wie immer ein HEIDENSPAß!!!!
Langsam wurde es also auch Zeit für die Geschenke. Jedes Kind wurde einzeln aufgerufen und bekam einen Sack, eine Tasche voller Kleidung, Spielzeug, Stofftiere, etc. als Krönung wurden jedem, sogar uns Volunteers und Tíos purpurnrote Äpfel überreicht. Langsam wurde es spät, die Kleinsten schliefen bereits engumschlungen mit ihren Geschenken am Boden ein und somit wurde es höchste Zeit fürs Bettchen.
Es war ein wunderschönes, emotionales Fest im Kreise der großen Familie, doch denkt nicht, dass ich nicht etwa an die Heimat gedacht hätte. Durch das, dass es für mich nun schon das zweite Weihnachten auf nicaraguanischen Boden weit weg von dem was ich mein Zuhause nenn, wurde ich an diesem Abend doch sehr nachdenklich und habe euch meine kleine Familie meine Freunde – all die lieben Menschen, die ich zurükgelassen habe, das kalte, verschneite schöne Tirol, die Weihnachtskekse, den echten Christbaum und die Mitternachtsmesse auf dem Höttinger Bild schon ganz schrecklich vermisst.
Nach einem langen aufregenden Abend war am 25. erst mal ausschlafen und ausruhen angesagt. Du kommenden Tage vergingen wie im Flug, es standen diverse Aktivitäten, wie Schnitzeljagd, das heißgeliebte Fußballspielen, gemeinsames Basteln, Slacklinen, Sandspielen od. Sandschlacht, wenn man so will, OpenAir-Filmschauen bei Nacht oder Spieleabende auf dem Programm. Von Tag zu Tag verließen uns mehr und mehr Kinder, da sie zu ihren Familien fuhren, um dort den Rest der Ferien zu verbringen.
So blieb ein kleines Grüppchen von etwa 40 Kids zurück, um gemeinsam den heißersehnten Jahreswechsel gemeinsam ausgiebig zu feiern.
Für den 31. organisierten wir Volunteers eine Schatzsuche der Superlative. Es wurden vier Mannschaften geformt und schon gings an Gesichter bemalen, Kampfparolien auszudenken, Plakate und Fahnen zu konstruieren. Nach kürzester Zeit marschierten vier Gruppen, die vor Kampfgeist und Tatendrang nur so sprühten. Wie es sich für eine Schatzsuche so gehört wurde genauestens gesucht auf alle Hinweise geachtet, Rätsel gelöst, Aufgaben gelöst, Wettkämpfe bestanden, gerannt, geschrien und zusammen die einzelnen Teile der Schatzkarte ergattert. Vom Wassertransportieren ohne Gefäße und Hilfsmittel vom Sportplatz berauf zu den Häusern und wieder zurück, um die Töpfe möglichst voll zu füllen bis zu schwierigsten Matheaufgaben, Pantomimespielen, Um-die-Wette-Balancieren, Holz sammeln und Turm bauen, Schreien um die Wette war alles dabei. Die tapferen Piraten haben sich so ziemlich verausgabt und die drei Stunden der spannenden, heißen Suche wurden zu einem HEIDENSPAß.
Während der Wettkämpfe konnten sich die einzelnen Mannschaften Goldtaler verdienen und die einzelnen Teile der großen Schatzkarte gewinnen. Zum Schluss wurde Teil für Teil aneinerandergesetzt und somit war schnell klar, wo die Schatzkiste versteckt war. Der ganze Clan kratzte noch einmal die letzten Kräfte zusammen und es wurde losgerannt und das Gebüsch und Gestrüpp durchforstet – Gratulation der Schatz war gefunden, Auf-die-Plätze-fertig-Looooos aufgerissen, ausgepackt….und was fanden die hochgespannten Piraten vor????
Blätter, Steine, Laub…..und einen Brief!!!!! Einer der größeren Jungs ergriff das Wort und verkündete den heißersehnten Schatz----- Wir fahren alle gemeinsam in den ZOOOOOOO und außerdem könnt ihr euch mit den ergatterten Goldtalern eure Überraschungssäcke mit Süßem und Sauren sowie Coca Cola kaufen!!!
Somit waren alle glücklich und zufrieden und wir ernteten viele Umarmungen und Dankesworte der Kids und Tios!
Der letzte Tag im Jahr verging so aufregend und schnell, für den Abend putzten wir uns hübsch heraus und wieder versammelten wir uns in unserem großen Frei-Luft-Festsaal. So wie auch zu Weihnachten gab es eine schöne Messe, ausreichend Piñatas und gutes Essen. Außerdem wurde um die Wette getanzt, Fotos der Highlights des vergangen Jahres angeshaut und gemeinsam in einem großen Sitzkreis erlebte Geschichten erzählt, Danksagungen gemacht und Hoffnungen und Wünsche für das kommende Jahr ausgetauscht. Im Handumdrehen war es dann schon kurz vor Mitternacht und wir eröffneten mit den Bergen von Holz, das während der Schatzsuche gesammelt wurde das große Lagerfeuer, der Countdown wurde lauthals heruntergezählt und rechtzeitig um 00:00 worfen wir den „Viejo“, (menschengroße Stoffpuppe gefüllt mit Stroh und Krachern) ins Feuer, zündeten Sternspritzer und Miniraketen an, um so das neue Jahr feierlich Willkommmen zu heißen. Ich fordete meine liebe Nadine zum Neujahrswalzer auf und eine feste Umarmung nach der andren folgte. Emotionaler hätte es wohl nicht ablaufen können. Das Jahr 2011 kann also beginnen……….
Nachdem die Kids um etw. halb 2 ins Bett gingen steuerten ein paar Volunteers und Arbeiter einen etwas versteckten Platz am Eingang vom Kinderdorfgelände auf, um noch ein bisschen weiterzufeiern. Nadine und Tom, unser derzeitiger lieber Mitbewohner hatten eine grandiose Idee und so erklommen die beiden, Antonia und ich bei tiefster Nacht den 30 Meter hohen Wasserturm und gönnten uns bei unglaublichen Sternenhimmel ein Schlücken und stießen auf ein weiteres unvergessliches Jahr in unserer zweiten Heimat Nicaragua an.
Den Neujahrstag genossen wir mit Nichtstun und Drachenbauen und am zweiten Jänner stand mit der ganzen Sippe ein Ausflug nach San Juan del Sur an den Strand an. Bereits zu früher Morgenstunde erkämpften wir uns einen Platz in unserem gelben Chickenbus und mit lautstarker Musik gings ab in Richtung Meer. Der ganze Tag stand im Zeichen von Sandburgenbauen, Wasserschlacht, Beachfußball, Springschnurhüpfen, Wellenreiten und Sonnenbaden. Auf der Rückfahrt waren wir derart erschöpft, dass man nichts mehr von dem lauten Haufen zu hören bekam. Nahezu alle schliefen während der Rückfahrt ausgelaugt aber glücklich ein.
So ungern Nadine und ich vor Weihnachten uns von unsere geliebten Insel verabschieden mussten, stand nun auch am 5. Jänner unser Aufbruch an. Ab gings ins wohlverdiente verlängerete Wochenende, um dann ausgeruht zu den zwei Vulkanen zurückzukehren. Der 5. war ein gutes Datum abzuhauen, denn es war Nadines 24. Geburtstag, den wir mit großer „Papayageburtstagstorte“, Lagerfeuer und traumhaften Sternenhimmel direkt an einem Traumstrand etwas nördlich von San Juan del Sur feierten. Der perfekte Ort zum Chillen und Seele baumeln lassen. Playa Gigante --- eine Fischerkommunidad, ein kleines Dörfchen mit einem Hostel direkt am Strand, Übernachten in großen Hängematten, Aufwachen durch die ersten Sonnenstrahlen und ein kühles Bad am Morgen, Chillen den ganzen Tag, Surfen am Menschenleeren Strand und Fischgrillen bei offenen Feuer am Abend.. so kann mans doch genießen.
Jetzt noch eine etwas traurigere Nachricht à Nicolas ein zwölfrähriger Junge der seit ca. 4 Monaten bei uns bei NPH ist leidet schon seit seiner Geburt an einer sehr schweren Blutkrankheit, er braucht regelmäßig Bluttransfusionen, ist sehr schwach und jede größere Anstrengung kann sehr gefährlich für ihn werden. Unsere taffen Krankenschwestervoluntärinnen aus der Schweiz hätten nun organisiert, dass er nach Spanien reisen könnte, um dort eine gute, lebensverlängernde Behandlung zu bekommen, doch wie es das Leben so spielt kam es leider nicht so weit. Vor einigen Tagen ist Nicolas ins Koma gefallen und wir bangen seitdem, um ihn. Gerade haben wir die Nachricht bekommen, dass er bereits seit gestern nur noch an den Maschinen hängt und es jetzt nur noch Stunden dauern wird bis wir ihn verabschieden müssen.
Die Beerdigung ist bereits vorbereitet und wird vorraussichtlich morgen früh stattfinden. Nadine und ich sind so schon auf dem Weg nach Jinotepe, um mit den Kindern und allen Menschen, die den frechen Nicolas in den wenigen Monaten ins Herz geschlossen haben, zu trauern.
Sobalds wieder Neuigkeiten meld ich mich und Fotos folgen in Kürze!!!
Ah übrigens Nadine und ich haben seit ein paar Tagen zwei kleine Babykatzen à Caramelo & Barbie, wir haben uns nach kürzester Zeit schon unsterblich in die zwei verliebt. ;)