Montag, 22. Februar 2010

Playa Popoyo, Astillero, Moyogalpa - ein kaum zu übertreffender Trip an die Pazifikküste

3. Descanso - Strand, Strand und wir


Etwas verspäteter Bericht, aber da die vergangene Woche sehr arbeitsreich war ists sichs nicht früher ausgegangen ..... ;)


Freitag früh, läutete der Wecker wieder mal sehr zeitig, diesmal nicht zum Arbeiten--- nein das Descanso stand vor der Türe.
Da fiel das Aufstehen besonders leicht. Rucksäcke waren bereits gepackt und schon konnte es losgehen. Um 7:00 nahmen wir die Lancha von Moyogalpa nach San Jorge und setzten uns gleich ins nächste Kollektivtaxi nach Rivas.
Da die Überfahrt mit der Lancha länger dauerte als normal (Wellengang, Probleme beim Anlegen) dachten wir, dass wir den letzten Bus an die Pazifikküste (Las Salinas, Playa Popoyo) verpasst hätten. (hätte um halb 9 gehen sollen) Aber zum Glück befinden wir uns in Nicaragua, wo die Uhren etwas anders ticken. Stiegen aus dem Taxi aus - es war schon nach 9 und der erste Bus der uns ins Auge fiel, hatte die Aufschrift >>Tola, Las Salinas<<. Qué suerte!!! Kauften noch etwas Obst für die Busfahrt ein und dann gings auch schon los. Die Busfahrten hier sind sehr amüsant und da vergehen zweieinhalb Stunden wie im Flug. Über Stock und Stein quälte sich der Bus und sammelte alle Leute mit Hupen ein, die er finden konnte. Außerdem wurde wie wild auf- und abgeladen - unzählige Säcke mit Reis, Kanister mit Wasser, Matratzen, usw. Die armen zwei Burschen, die die gewaltigen Massen auf das Dach des Buses bekommen mussten taten mir schon richtig leid +gg+ Ich glaube mit der Anzahl von den Säcken von Reis wurde ein ganzes Dorf versorgt. Zwischendurch stieg mal eine Frau ein, die zwei kleine Hendln in der Hand hatte. Zur Mittagszeit hin wurde der Bus dann so richtig voll, eine Schulklasse quetschte sich in die letzten Freiräume des sehr "geräumigen Buses" +gg+ Die Kinder grinsten uns mit großen freundlichen Augen an und schauten ganz neugierig :) Während der Fahrt konnte ich einen guten Eindruck der sehr einfachen Lebensweise der Dorfbewohner bekommen. Häuser aus Wellblech, Holz oder tlw. nur großen Plastikplanen, Schweine, Hühner, Kühe und Pferde laufen hier herum wie Hunde und so musste der Bus einige Male abstoppen, um die Tiere passieren zu lassen. Kurz vor Mittag, teilte uns der Busfahrer mit, dass wir hier den Bus wechseln sollten- fuhren noch für ein Zeitl mit einen kleineren Bus weiter und wurden dann abgesetzt.
Und ja abgesetzt triffts, wir standen mitten auf einer Landstraße und weit und breit nichts, keine Häuser, keine Menschen, nur eine kleinere Straße die abwärts führte. Wir schlossen daraus, dass das wohl die Straße zum Strand sein müsste und so machten wir uns auf den Weg. Nach ca. 40 Minuten Fußmarsch erblickten wir die ersten Häuser, jedoch handelte es sich um entweder geschlossene Ferienhäuser oder baufällige alte Gebäude. Wir waren trotzdem guter Dinge, sammelten inzwischen Tamarindo, von dem es hier jede Menge an Bäumen gab und bald trafen wir auf Menschen. Ein paar Arbeiter versichterten uns, auf dem richtigen Weg zu den Hospedajen zu sein. Und so wars dann auch. Wir kamen schweißgebadet und etwas erschöpft am wunderschönen Strand Popoyo an. Hier gibts nicht wirklich ein Dorf, es ist eher eine Ansammlung von ca. 5 bis 6 Hospedajen, einem Restaurant und einer Bar. Sehr idyllisch. Die Auswahl der Hospedaje fiel so nicht schwer, wir kauften uns in der hauseigenen Bodega gleich eine Wassermelone und ließen uns für ein Mittagspäuschen in den Hängematten auf der Terasse der Hospedaje nieder. Zur Linken hatten wir Ausblick auf den Fluss der als Lagune neben der Hospedaje endet und bei Flut des Meeres mit dem Meer zusammenfließt. Somit zur Rechten der Strand. Waren gerade ganz relaxt als eine hohe krächzende Stimme unsere Ruhe störte. ---- ein Papagei, der wohl auch Teil des Inventars der Hospedaje ist, gesellte sich zu uns und wollte unbedingt die Aufmerksamkeit auf sich lenken.
Nach genügend Erholung machten wir uns auf die Umgebung zu erkunden, Menschen waren immer noch mehr oder weniger keine zu erblicken, dafür war die Landschaft umso beeindruckender. Spazierten ein bisschen den Fluss entlang, gesäumt von vielen Sträuchern und lianenartigen Gewächsen, wir trafen auf zwei Ferkel, die sich im Sand sulten und uns ein Zeitl begleiteten. Wir überquerten die Lagune kletterten über einige sehr vielfältige unterschiedliche Felsen, blickten in die Weite des weißen menschenleeren Strandes und ließen uns schlussendlich auf ein paar Steinen am Wasser nieder, um die Sonne und den Wind zu genießen. Apropro Wind- ja der bläst hier ganz anständig und dadurch, dass der Sand sehr fein ist, wurden wir tlw. so richtig schön sandgestrahlt +ggg+

Gegen Nachmittag krochen dann doch noch lebende Wesen aus ihren Gemächern und nach und nach kamen die Surfer angeschlendert, um die immer größer werdenden Wellen zu erwischen. Machten auch gleich Bekanntschaft mit Samir- wohl einer der sehr guten Surfer Nicaraguas, der seine Künste zu Recht preisgab. Verweilten bis kurz vor dem Sonnenuntergang am Strand und beschlossen nachdem das Wasser immmer weiter und weiter stieg doch den Rückweg über die Lagune anzutreten. Rückweg war gut gedacht, weil Weg wars jetzt keiner mehr. Lagune und Meer sind zusammengeflossen und wir mussten somit schauen unsre Sachen trocken ans andere Ufer zu bekommen. Einige Surfer paddelten grinsend an uns vorbei (siehe Fotoalbum)
Gut am anderen Ufer angekommen genossen wir den wunderschönen Sonnentuntergang und kehrten in unsre Hospedaje zurück. Zu Abend gegessen wurde natürlich Fisch. Und so wies in Hostels so üblich ist saßen wir nicht lange alleine. Ein australisches Pärchen, zwei Burschen aus Holland, zwei aus Texas und schlussendlich auch Samir gesellten sich zu uns und es wurde wieder mal eine sehr internationale Runde. Später gings dann weiter ins Hostel gegenüber, wo sich eine weiter Gruppe von Surfern aus Frankreich, Spanien, Argentinien, der Schweiz und Nicaragua vergnügte. Konnten somit gute Kontakte mit den einheimischen Surfern knüpfen und uns zu später Stunde mit einem "bis zum nächsten Mal" verabschieden.

Mit vielen wunderschönen Eindrücken verließen wir am nächsten Morgen das "Surferdorf" am Playa Popoyo und uns stand die lange Landstraße bevor die wir schon am Vortag bewältigen mussten. Noch dazu wussten wir nicht, ob wir einen Bus antreffen würden, der uns dann weiter in den Norden bis zum Fischerdorf >>Astillero<< befördern würde.

Das war wahrscheinlich schon zu viel nachgedacht weil nach ca. 200 Metern hielt ein Pickup neben uns an und die zwei Burschen fragen, ob wir eine Mitfahrgelegenheit bräuchten. Nadine und ich grinsten uns an und freuten uns über diesen Wink des Schicksals +gg+
Als die zwei meinten, sie müssten eh auch nach Astillero, waren wir sehr froh, diesen Teil der Reise gemütlich in einem Pickup verbringen zu dürfen. Etienne der Franzose (Fahrer), der schon seit zwei Jahren in Nicaragua lebt und der Spanier am Beifahrersitz (hab seinen Namen vergessen) kamen gerade von einem Surftrip am Playa Popoyo zurück. Erfuhren nach einiger Zeit Quatschen dann, dass Etienne auf den Hügeln über Astillero ein Surfcamp bestehend aus kleinen Hütten zum Übernachten und einer Bar mit Hängematten und wunderschönen Blick aufs Meer geschaffen hat und sich somit hier sesshaft gemacht hat und sein Geld verdient. Der Spanier war zu dem Zeitpunkt sein einziger Gast. Etienne zeigte uns sein Surfcamp und wir waren regelrecht beeindruckt. Hätte uns auch gleich einen super Preis zum Übernachten und Essen angeboten, falls wir in Astillero nichts finden sollten und brachte uns anschießend in das kleine Fischerdorf.

Und ich kann nur wow sagen - ja Astillero ist eines der Dörfer Nicaraguas, das wirklich authentisch ist. Nadine und ich waren die einzigen Touristen. Suchten uns eines der zwei vorhandenen Hospedajen aus und bezogen ein Zimmer mit direkten Blick auf den Strand, bzw. es befand sich am Strand +g+ Wir wurden herzlich von den einheimischen Besitzern des Hostels begrüßt und kamen gleich mal ins Gespräch mit einigen Arbeitern die dort weiteren Zimmern werkten. Das Hostel ist noch im Entstehen ;)
Astillero ist ein Fischerdorf an der Pazifikküste, in dem der Großteil der Einwohner versucht davon zu leben, was sie jeden Tag hart an Fischen ans Ufer bringen. Gefischt wird hier mit handgefertigten "Angeln" (Holzbrett mit Nylon hermugewickelt und Haken am Ende) So kann man sich vorsellen, dass dies eine schwere Arbeit ist und oft nicht genügend einbringt um gut leben zu können. Die Menschen hier leben wirklich sehr einfach, so wie ich auch davor schon beschrieben habe in Häusern aus Wellblech und Planen, Plumpsklo, Ziehbrunnen und Schweinen und Hühnern im Garten. Nichtsdestotrotz oder vllt gerade deswegen strahlen die Menschen hier eine Glücklichkeit und Lebensfreude aus, die sich unser eins wahrcheinlich oft wünschen würde.
Nutzten den schönen Tag um wieder ein bisschen die Küste zu erkunden, mit auf den Felsen stehenden Anglern zu quatschen und einigen Surfern zuzuschauen. Die Küste bestehend aus Sandstrand und Felsriff ist so vielfältig, dass wir wahrscheinlich den ganzen Tag nur fotographieren gekonnt hätten.
Als die Sonne sich jedoch zum Meer hinneigte kehrten wir zum Hostel zurück, setzten uns in die Liegestühle auf unserem Balkon mit direkten Blick auf die untergehende Sonne und genossen diesen Anblick. Zum Essen bekamen wir zu einem Spotpreis ein Gericht aus Fisch, Gemüse, Reiß und Tostone, dass wir schauen mussten, überhaupt alles zu packen. Die Inhaberin des Hostels hat nur für uns ganz schön aufgekocht. Für den nächsten Tag hätten wir mit dem Fischer des Hostels ausgemacht früh aufs Meer hinauszufahren, um selbst die Angelkunst zu erlernen. Standen so am nächsten Morgen sehr zeitig auf nur leider machte uns der Treibstoff einen Strich durch die Rechnung- der Fischer konnte keinen Treibstoff mehr bekommen, da er am Vortag aus war, und am Sonntag schauts noch schlechter damit aus. Egal, ich glaub wir haben noch viele Möglichkeiten Fischen zu gehen.
Nutzten so die frühe Stunde und machten uns per Bus wieder auf den Rückweg nach Rivas. Diesmal dauerte die Fahrt etwas länger, da wir einen ziemlichen Umweg über noch anderen Dörfer machten, und zudem einige kleine Flüsse überqueren mussten. Wieder war es sehr interessant die "vorbeifahrende" Umgebung zu beobachten und wurden um eine Erkenntnis schlauer--- Sonntag ist der Tag des Baseballs, denn in nahezu jedem Dorf konnten wir einen Sportplatz erblicken an dem eifrig gespielt wurde. Nach guten drei Stunden kamen wir schon halb ausgehungert in Rivas an und stürzten uns ins Marktgetummel. Deckten uns mit einer Riesenpapaya, Bananen und Mandarinen ein und machten es uns im Schatten eines Marktstandes gemütlich.

Nach guter Kost machten wir uns auf den Weg nach San Jorge, warteten noch ein Zeitl am Hafen, beobachten die Massen von Leuten am Strand des Sees (Sonntag ist auch der Tag des Strandes +g+) und fuhren dann mit der Fähre nach Moyogalpa, wo wir den letzten Tag (inkl. Nacht) unseres Descansos verbrachten. Suchten uns gleich eine sehr gemütliche Bleibe, ein Hostel geführt von Aussteigern aus Kanada, sehr bunt und hippimäßig eingerichtet mit Palmen, Tamarindobaum (!) und Reh (oder zumindest so ähnlich) als Haustier im Garten.
Genossen den restlichen Tag in der kleinen sehr idyllischen schönen Hafenstadt und setzten uns gegen Abend an den See, um den dritten wunderschönen Sonnenuntergang in Folge zu beobachten. Ein Storch und eine Mutter, die mit ihren Kindern im Seewasser ihre Wäsche wusch, leisteten uns Gesellschaft. So ging der Abend gemütlich zu Ende, wir chillten noch ein bisschen in den Hängematten im Garten des Hostels und legten uns dann auf die fast nicht vorhandenen Matratzen, um zu ruhen +g+. War nicht so tragisch, ich schlaf auch auf hartem Untergrund sehr gut.
Montagfrüh gönnten wir uns noch einen kurzen Stadtbummel und fuhren dann mit dem Bus nach San Lazaro -- zurück nach Hause.

War wieder mal ein wahnsinnig aufregendens Wochenende- viel erlebt- viel gesehen und viele Fotos gemacht +g+

viele bussis verena

Montag, 8. Februar 2010

Wieder ein Wahnsinnswochenende -- Granada, Catarina, Diriomo y Laguna de Apoyo

2. Descanso - Granada, Catarina, Diriomo, Laguna de Apoyo



Am Freitag um 6 Uhr in der Früh starteten wir zwar noch mit etwas Schlaf in den Augen aber mit viel Vorfreude in unser Wochenende. Wir nahmen die erste Fähre um 7 Uhr nach San Jorge. Von dort gings mit Bus direkt weiter nach Granada. Granada ist liegt etwas weiter nördlich am Lago de Nicaragua am Fuße des Vulkans Mombacho. Sie ist einer der größeren Städte Nicaraguas mit riiiieeeesigem Markt und großen Bauten aus der Kolonialzeit. Nadine, Tinka und ich suchten uns erstmal ein Hostal, befreiten uns von unseren Rucksäcken und stürzten uns ins Getümmel. Getümmel ist eigentlich untertrieben. Die Stadt wimmelt einfach nur so von Menschen. Zudem gibt es einen Markt der sich Irrgartenmäßig durch viele Gassen zieht und einiges zu bieten hat. Von Obst, Gemüse, Kleidung, Schuhen, Büchern, Schreibzeug, Werkzeug, Schmuck ..... gibts hier einfach alles. Da kommt man vom Staunen gar nicht mehr raus. Nadine und ich haben uns mit Obst eingedeckt und sind weiter zum Parque Central geschlendert, dem Zentrum der Stadt, Treffpunkt für Jung und Alt. Tinka war bereits dort und verschlang genüsslich Gallo Pinto, Pollo und Platano, zubereitet von einer lieben älteren Dame, die mit ihrem Wagen und selbst zubereiteter Kost täglich ihre Runden durch den Park zieht. Ein paar Freundinnen ihrerseits leisteten ihr Gesellschaft und auch ein ein älterer etwas angeschwipster Herr war mit von der Partie. Nadine und ich wurden gleich herzlich begrüßt und uns wurde ein Platz auf der Parkbank angeboten. So saßen wir zusammen und bekamen ausreichend Empfehlungen, welche Plätze wir uns in Nicaragua nicht entgehen lassen sollen. Es war sehr amüsant, da sowohl der alte Herr mit seiner Schnapsflasche in der Hand, als auch die liebe Dame von ihren ganz speziellen Favorits überzeugen wollten. Währenddessen der Opa in langsamen Sätzen (er meinte er spreche extra für uns langsam damit wir ja alles verstehen +ggg+) von einer Stadt schwärmte und ständig den Namen wiederholte, schwärmte die liebe Frau von den Isletas von war ganz hin und und weg bei der Vorstellung an diese. Es war schwer sich zu entscheiden, wo man nun zuhören sollte. Die beiden lieferten eine Show der Redekunst inkl. Gestik und Mimik wie sie unser eins nie verwenden würde. Das ist Emotion +wow+
Nach einem Zeitl gab der liebe Herr auf und setzte sich auf die Nachbarsbank, um uns uns mit dem Rauch seiner Zigarette nicht zu stören. Von der Frau erfuhren wir noch rührende Geschichten aus ihrem Leben, ihren Enkelinnen, die sie wie Töchter aufzieht, ihrer Arbeit (Essen verkaufen), um ihnen die Schule zu finanzieren und anderen Dingen. Kurz bevor wir aufbrachen hatten die Kinder Schulschluss und sie konnte uns zwei ihrer Töchter noch voller Stolz vorstellen. Nach interessanten und lustigen Stunden im Park kehrten wir ins Hostal zurück, wo wir gleich auf eine große Runde Backpackers trafen, die uns sofort herzlich begrüßten und einen Platz anboten. Gesprochen wurde in drei Sprachen -- Englich, Deutsch und Spanisch -- und es waren einige Nationen vertreten. Kandada, Australien, USA, Deutschland, England, Irland, Holland und Österreich. Nach einem Tratscher im Hostal brachen wir alle gemeinsam (waren so um die 15 Leut) auf, um gemeinsam Abend zu essen. So konnte der Abend köstlich beginnen. Auf dem Weg zum Restaurant, trafen Nadine, Tinka und ich, so wies der Zufall eben wollte, einen der "El Salvadorischen Artesania Künstler", den wir schon aus San Juan kennen mit weiteren zwei Freunden aus Granada, Orland und Eric, die ich auch aus San Juan kenn. Und da sagt einer, dass Innsbruck ein Dorf ist +gg+ Nicaragua scheinbar auch. Nach einem Guten Abendessen, trafen wir die Jungs wieder und kamen in den Genuss einer einmaligen Feuerschow mit Pois und Devilsticks. Die Burschen haben nicht nur das Kunsthandwerk gelernt sondern auch mit dem Feuer zu spielen (siehe Fotos). Anschließend zogen wir gemeinsam weiter in eine Bar mit Live-Musik, natürlich Latino-Rhythmen mit Trommel und Gitarre. Nach kürzester Zeit wurden Nadine und ich von unseren Begleitern zum Tanzen aufgefordert und ja dann wars klar, die sind Künstler durch und durch den Tanzen können sie auch noch und so, dass sogar wir eine gute Figur machten (hab ich mir zumindest sagen lassen +hehe+) So verging der Abend/ die Nacht mit Quatschen und Lachen mit unterschiedlichsten Leuten und Merengue, Salsa und Bachata "Tanzstunden" +g+. Hat Wahnsinns Spaß gmacht und auf alle Fälle die Lust in mir geweckt meine Tanzkenntnisse in diesem Jahr um ein Vielfaches zu erweitern und perfektionieren ;)
Am nächsten Morgen verließen wir diese beeindruckende Stadt (mit dem Vorhaben sicher wieder zu kommen und stiegen in den nächsten Bus nach Catarina, einem der Pueblos Blancos (weiße Dörfer). Catarina liegt an der Laguna de Apoyo und ist berühmt für ihren Mirador (Aussichtspunkt). Hab den ja während meiner Zeit in San Juan schon mal besucht, doch das Dorf dazu noch nicht gesehen. Im Gegensatz zu Granada sehr ruhig, gemütlich, mit vielen Gärtnereien, sehr grün und wie gesagt einer traumhaften Aussicht über die Laguna. Um diese Aussicht noch auf anderem Wege zu genießen, beschlossen wir hoch zu Ross den Höhenweg an der Laguna entlang zu reiten.
Am Sonntag gings dann ohne Tinka (sie führ schon etwas früher nach Hause auf die Insel zurück) in ein weiteres kleines Dorf namens Dirioma, ganz in der Nähe von Catarina. Dort kamen wir wieder in den Genuss eines Marktes (es war gerade ein Fest zu Gange) mit vielen Standln. Wir erkundeten die Gassen, schlenderten herum und setzten uns zu ein paar Leuten, die einem alten Herrn beim Gitarre spielen und singen zuhörten. Schnell kamen wir mit verschiedenen Leuten und Kindern ins Gespräch und verweilten einige Zeit mit ihnen sitzend und plaudernd auf der Straße vor ihren Häusern.
Um die Mittaegszeit schnappten wir den nächsten Bus zur Laguna de Apoyo (runter bis zum Ufer), dem letzten Stop unserer Reise. Auf dem Weg machten wir noch kurz Halt in Masaya (da mussten wir umsteigen) und kamen wieder in den Genuss eines riesengroßen Marktes. Wir kauften Papaya, Bananen und Tomaten, um uns für den Nachmittag einzudecken und chillten uns nach einer weiteren Busfahrt und einem Fußmarsch an den Privatstrand unseres Hostals direkt an der Lagune. Ein Traum- wunderschön klares Wasser, die Ruhe schlecht hin, Sonnenschein und einfach nur genießen. Das war wohl die beste Idee unser Wochenende ausklingen zu lassen. Um die Idylle perfekt zu machen verbrachten wir die Nacht unter Sternenhimmel schlafend in einer Hängematte.
So das wars, wieder geht ein Wochenende zu Ende- viele Eindrücke, Geschichten und einzigartige Momente bleiben ganz sicher lange in Erinnerung und schreien nach Wiederholung +hehe+

Morgen startet eine wahrscheinlich recht intensive Arbeitswoche. Freu mich schon total drauf und hab viele Ideen und ausreichend Energie, um meinen Job hoffentlich gut zu machen!!!!

Besitos y abrazos

Verena

Donnerstag, 4. Februar 2010

Arbeitsreiche 10 Tage, die Wahl der Miss N.P.H.

Unser neues Arbeitsreich, gemeinsames Kreativ sein und die aufregende Wahl der Miss N.P.H.



Nach meinem letzten sehr aufregenden descanso starteten wir nun endlich mit den Vorbereitungen für die Therapie. Als erster Akt stand das Putzen, ausräumen, ausmisten und anschließendes neu Gestalten der zwei Therapieräume an, die uns zur Verfügung stehen. Nadine (Physio), Kathrin (Ergo) und ich werden uns diese zwei Räume, die sich in der Schule der Kinder befinden, teilen und dort somit die Kinder von N.P.H. behandeln. Das Putzen der Räume bzw. der vielen vielen Therapiematerialen war eine Mords Arbeit. Außerdem wurden wir von fürchterlichen Monsterameisen inkl. Maden überrascht, die es sich in verschiedensten Schachteln der Spiele gemütlich gemacht haben. Ich sags euch ich hab einen Schrei abgelassen, als diese Monster mir fast entgegengesprungen wären. Gott sei Dank konnten wir sie beseitigen und nach kurzem Schock auch weitermachen +g+ Es hat sich voll ausgezahlt soviel Energie hineinzustecken und bis auf ein paar Dinge, die noch fehlen sind wir voll zufrienden mit unserem neuen Arbeitsareal. Wir haben einen Motorikraum, in dem uns von Hängematte bis Balken, Rollbrett, verschiedene Matten, Reifen, Gleichgewichtskreisel, Bällebad, etc. alles zur Verfügung steht. Den zweiten Raum haben wir durch zwei Kästen in zwei Teile geteilt, ein großer Vorhang, um den Raum ganz abzutrennen, fehlt noch, doch den werden wir uns noch aus Bettlaken zusammenbasteln. Ein Teil ist für uns Ergos, gestaltet mit wenigen Reizen, einem Tisch mit Sitzmöglichkeit für diverse Tischarbeiten, Konzentrationsaufgaben, Handwerk, Spiele, etc. Außerdem befindet sich am Ende des Raumes die Kuschelecke, um die Therapie ruhig auszuklingen zu lassen. In den Kästen haben wir viele Bastelmaterialien, verschiedenste Spiele, Lernunterlagen,etc. und auch die Akten der Kinder verstaut. Der zweite Teil des Raumes besteht aus einer Therapieliege für die Physiotherapie und unserem "Büro". Die Wände haben wir schon mit diversen Zeichnungen und Plakaten verziert und ich glaub wir werden hier gute Arbeit leisten.
Als die Arbeit in den Räumen getan war machten sich Kathrin und ich ans Werk Befundbögen, Dokumentationsbögen usw. zu erstellen. Sind zwar noch nicht ganz fertig, doch haben ein gutes Konzept entwickelt mit dem wir denk ich mal super in unsre ErgoKarriere starten können. +hehe+ (Veränderungen werden wir so und so von Zeit zu Zeit vornehmen, doch ich denk der Grundstein ist gelegt, das spanische ErgoVokabular, das nicht gerade leicht zu finden ist müssen wir natürlich noch verinnerlichen, doch meine Spanischkenntnisse reichen denk ich aus um endlich beginnen zu können)
Die Schule hat mittlerweile auch begonnen (2.Feber) und somit kehrt langsam der richtig Alltag ein. Die Kinder müssen zwischen 4 und halb 5 aufstehen, sich fertig für die Schule machen, aufräumen, putzen, usw. um 6 ist Frühstück und von 7 bis 13 Uhr ist Unterricht. Um 13 Uhr wird in der Schule gemeinsam zu Mittag gegessen von 14 bis 16 Uhr wird in der Schule mit Betreuung HÜ gemacht, danach gehts zurück in die Sektionen um zu spielen usw. Vor dem Abendessen um 19 Uhr werden wieder Putzarbeiten erledigt (jedes Kind hat hier seine eigenen Aufgaben, wie Boden wischen, , Garten säubern usw.) dann wird gegessen und anschließend bald ins Bett gegangen. Montags und Freitags gibts keine HÜ, da am Nachmittag am Feld, in der Bananenplantage und in anderen Bereichen gemeinsam gearbeitet wird.
Ich muss zum Glück nicht schon um 6 Uhr zum Frühstück erscheinen (ich glaub um diese Zeit könnt ich auch noch keinen Reis mit Bohnen oder ähnliches essen) sondern erst um 7 Uhr in der Schule sein. Von 7 Uhr bis 13 Uhr bzw. auch am Nachmittag kann ich mir dann die Therapien einteilen. Dadurch dass wir zwei Ergos, zwei Psychologinne, eine Physio, eine Theatertherapeutin und eine Kunsttherapeutin sind müssen die Therapien gut geplant sein um alle Kinder, die wir behandeln werden unter Dach und Fach zu bringen. +g+ Diesen Plan zu ersellen haben wir uns für nächste Woche vorgenommen, da bis dahin auch die Stundenpläne der Kinder stehen usw.
Heute war trotzdem mein erster richtiger Arbeitstag, habe zwar noch keine Therapien gemacht, aber wir haben den Vormittag dazu genutzt, um uns in allen Klassen vorzustellen und kurz zu berichten in welchen Bereichen wir mit den Kindern arbeiten werden. Dann wars eh schon Mittag und am Nachmittag hatten wir die ersten Erstgespräche mit Tios, Tias und der Sonderschullehrerin.
Dadurch dass ich ab morgen descanso hab, werden wir also nächste Woche mit den Kindern starten. Haben gestern eine Sitzung mit der Psychologin gehabt (das ganze Therapeutenteam), um die Kinder zu besprechen, die wir in die Therapie nehmen werden. Bin jetzt schon voll gespannt zu beginnen und freu mich richtig drauf.

Nun noch zur Wahl der Miss N.P.H.- wow ich hab schön gestaunt als die Mädels voll gestylt, geschminkt mit verschiedensten Frisuren und Outfits über den "Laufsteg" stolzierten. Sie wirkten auf einmal alle so erwachsen, ganz anders als ich sie sonst kenne. Der Wettbewerb bestand aus drei Teilen, dem Catwalk im Abendkleid, einer Tanzperformance und der Präsentation von Bademoden inklusive Fragestellung des Moderators +g+ War ein großer Spaß und man konnte wieder so schön Energie und Emotion kombiniert mit herausragender Begeisterung spüren, die diese Kinder austrahlen. Die Jury bewertete jede Kategorie mit Punkten und schlussendlich wurde die neue Miss N.P.H. gekührt und mit Krone und Schleife bestückt. Floria heißt das Mädel und ja sie und ihre Sektionl (die ihre natürlich halfen sich zu stylen) waren überglücklich!!!

Sodala zehn anstrengende Tage gehen zu Ende und morgen gehts ab ins Descanso. Nadine, Tinka und ich neben morgen die erste Fähre und auf gehts nach Granada einer Stadt etwas weiter nördlich, die in der Nähe des Sees liegt. Bin schon gespannt was die kommenden vier Tage alles zu bieten haben +hehe+

Viele Bussis
Verena

Fotos folgen nach dem Wochenende ;)