Donnerstag, 22. April 2010

Rio San Juan - eine Oase an der Grenze zu Costa Rica

Río San Juan - San Carlos & El Castillo


Hola an alle ;)

Jetzt habt ihr wirklich lange auf meinen Eintrag vom letzten Descanso warten müssen… mittlerweile sind schon wieder zehn arbeitsreiche Tage vergangen und ich befind mich im nächsten Descanso, eigentlich schon wieder am Ende ;)

Aber vorerst zu meiner Reise an den Río San Juan, dem Hafen-und Fischerstädtchen San Carlos und El Castillo, von dem man nur begeistert sein kann.

Los gings so wie immer Freitag früh, wir schnappten unsere sieben Sachen und machten uns auf den Weg nach Managua, von dort aus wir den Anschlussbus nach San Carlos nahmen.

Tía Maria Jose, Nadine und ich planten diese Reise in den Südosten Nicaraguas (an die Grenze von Costa Rica) nun schon einige Zeit und deshalb konnten wir es kaum noch erwarten. Eigentlich sollte eine Freundin Tía Maria Joses auch dabei sein, aber ihr ist etwas dazwischengekommen, so waren wir noch zu dritt.

Freitag Abend ging der Achtstundenbus nach San Carlos. So nutzten Nadine und ich den Tag in Managua noch um ein bisschen zu bummeln und Carmen (eine Voluntärin) bei ihr zu Hause zu besuchen. Hatten mal richtig viel Zeit zum Quatschen, die man während der Arbeitszeit oft gar nicht so findet. Von ihrer Mutter wurden wir gut bekocht, später kauften wir noch Früchte für die Reise ein und so waren wir gut gewappnet für die sicher sehr anstrengende Busfahrt.

Gegen späten Nachmittag holten wir Maria Jose bei sich zu Hause ab und machten uns gemeinsam auf dem Weg zur Busstation. Los gings mit einem amerikanischen Highschoolbus, vielen Personen, viel Gepäck auf mehr oder weniger guten Straßen +gg+

Die ersten zwei, drei Stunden waren wir noch recht schnell unterwegs, da wir das Privileg einer asphaltierten Straße hatten. Nur leider hielt dies nicht lange an und es ging über Stock und Stein weiter. Mitten auf der Strecke wurde dann noch mal aufgeladen, wir waren zwar eh schon voll, aber der Bus, der am Nachmittag von Managua gestartet war, hatte eine Panne und so konnten wir die vielen Menschen, die Stunden auf den nächsten Bus gewartet hatten, nicht einfach stehen lassen.

Mit Ach und Krach wurde der Bus bis auf den letzten Zentimeter vollgestopft, zum Nachteil für Motor und Bremsen unseres Gefährts. So hatten wir mit einigen Pannen zu kämpfen, bis wir schlussendlich heil um drei Uhr morgens unser Ziel „San Carlos“ erreichten!

Ziemlich erschöpft gönnten wir uns ein paar Stündchen Schlaf in einem Hostal, das gleich neben der Busstation quasi auf uns wartete +g+

Sehr erholen konnten wir uns leider nicht, da die Hähne, von denen es viele im Umkreis gab, gleich mal nach unsere Ankunft ihre Gesangskünste zum Besten gaben.

Nichtsdestotrotz starteten wir am nächsten Morgen mit viel Energie in einen neuen Tag. Wir erkundeten San Carlos, ließen uns an der See-Fluss-Promenade nieder und genossen den Flair des Hafenstädtchens. San Carlos liegt, wie schon erwähnt weiter südöstlich, und sowohl am See als auch am Fluss „Río San Juan“. Der Río San Juan erstreckt sich von der Karibikküste bis nach San Carlos, also ans Ufer des Nicaraguasees und bildet somit gut die Hälfte der südlichen Grenze zu Costa Rica.

Der Río San Juan ist eingesäumt von Naturreservaten und wenn man hier auf einem schmalen langen Boot durch die Fluten des Flusses schippert, lernt man ein ganz neues Gesicht Nicaraguas kennen. Urwald, Palmen, Lianen, Affen, Schildkröten, eine Vielfalt verschiedenster Vögel, ab und zu Kuhherden die am Flussufer grasen, etc. Die gesamte Landschaft ist sehr viel fruchtbarer und deshalb auch viel grüner, und wir hatten noch Trockenzeit, wie wirds erst in der Regenzeit dort aussehen ???

Nach einem wunderschönen, erholsamen Tag in San Juan gönnten wir uns am Sonntag also einen Ausflug per Schiff drei Stunden flussabwärts des Ríos San Juan bis nach El Castillo einem kleinem Dorf MIT Burg (!).

Die Bootsfahrt war einfach bezaubernd, man konnte die Landschaft so richtig gut und ausreichend genießen und was besonders interessant war die Lebensweise der „Flussbewohner“ zu beobachten. Immer wieder tauchten Häuser auf Holzpfählen auf, Kinder die ihre baumstammartigen Boote zu Wasser ließen oder sich einfach im kühlen Nass vergnügten. Nach gut zwei Stunden erreichten wir das erste richtige Dorf „Savalos“ an dem wir nur kurz anhielten um ab- und aufzuladen. (beim nächsten Mal- sicher einen Besuch wert ;) )

Weiter gings in Richtung El Castillo und wir konnten schon aus der Ferne eine kleine Burg erkennen. Diese Burg stammt aus dem 17. Jahrhundert und sollte die Piraten davon abhalten per Flussweg bis an den See zu gelangen und somit auch die reiche Stadt Granada zu erreichen, um sie auszurauben.

In El Castillo angekommen ließen wir uns von dieser kleinen, nur über den Flussweg erreichbaren Stadt aus Holzhäusern auf Pfählen verzaubern. Klein aber fein wie man so schön sagt.

Viele Palmen, Blumen, bunte Häuser, freundliche Menschen, grüüüne Wiesen auf denen die Jugend von El Castillo Baseball und Fußball spielten usw. Idyllischer kann man sich eine kleine Gemeinde voll nicht vorstellen. Ich konnte immer nur wieder sagen:“Hier siehts aus wie im Bilderbuch!“ +g+

Als wir dann noch die Burg „erklommen“ und über den Fluss in Richtung Costa Rica blickten waren wir vollkommen beeindruckt und zufrieden. Wir vergaßen die anstrengende Busfahrt und dachten uns nur, „das hat sich zu 100% ausgezahlt.“

Leider war es dann bald schon wieder so weit und wir mussten das Bilderbuchstädtchen verlassen. Besuchten zuvor noch eine Bekannte Maria Joses, stärkten uns mit einem kräftigen Schluck Wasser und zurück gings flussaufwärts nach San Carlos. Verbrachten noch einen gemütlichen Abend an der Promenade, trafen uns ein weiteres Mal mit Maria Joses Exlover +g+ und ließen so zwei beeindruckende Tage ausklingen, bevor wir wieder in den Bus stiegen und die acht Stunden „Rumpelfahrt“ auf uns nahmen.

Noch kurz zu einem lustigen Detail unseres Wochenendes in San Carlos. Teilweise kam ich mir vor wie in einer wachechten Seifenoper oder Telenovela +gg+ Maria Joses Exfreund, der sie schon zweimal betrogen hat und es deshalb eigentlich auch "endgültig" vorbei war, lebt in San Carlos. Obwohl er schon wieder eine neue Frau hat, die sogar ein Kind von ihm erwartet (so der letzte Wissensstand Maria Joses), zeigte er sich ab und an doch wieder sehr interessiert und kontaktierte Maria Jose per Telefon immer wieder einmal. Jedenfalls erfuhr er auf Umwegen (über irgendeine Cousine), dass Maria Jose dieses Wochenende nach San Carlos kommt. Und siehe da, wir waren keine drei Stunden in der Stadt und schon wurde sie angerufen und überrascht gefragt, was sie denn hier mache. So trafen wir einige Male mehr oder weniger zufällig auf den Exlover names Ronny, deren Frau mittlerweile ein paar Monate altes Kind hat (!).

Wir wurden vom ihm zum Essen und Trinken eingeladen usw. Sehr gastfreundlich der junge Herr, nur dass er uns zu einer Bar weit außerhalb des Stadtkerns lotste, um uns zu treffen +g+ Sicherlich um die Nachbarn nicht zu unbequemen Gerüchten zu verleiten ………usw. Und so gings dahin, Nadine und ich versuchten Maria Jose davon zu überzeugen hart zu bleiben und sich nicht wieder auf ihn einzulassen, etc., aber naja weiß nicht obs sehr erfolgreich war. Er wirkt auf mich jedenfalls sehr freundlich, zuvorkommend, höflich, hat viel Charme, etc.-- so wie sie eben sind die Männer von Nicaragua.

War sehr amüsant ein Liebesdrama wie dieses live mitzukriegen, vor allem als am Sonntag Abend, die Frau von Ronny auf einmal im Hostal von uns auftauchte, um mit ihren Bekannten dort zu quatschen und wir zu hören bekamen, wie sie etwas von einer Exfreundin ihres Mannes erzählte, die anscheinend für dieses Wochenende in der Stadt war usw.

Maria Jose, die ihre Rivalin nur von Telefonanrufen und nicht persönlich kannte, war außer sich vor Schreck und wir verließen still und leise das Hostal. Nix passiert und ab gings nach Managua. Fortsetzung folgt .... +hahahah+ +zwinka+

Nach anstrengenden acht Stunden, zum Glück ohne Pannen, bekamen wir in Managua zu Hause bei Maria Jose noch ein gutes Frühstück und weiter ging die Reise zurück nach Hause auf die Insel, wo uns eine nicht so angenehme Überraschung erwartete ......

..... Sayules od. Chayules – auch genannt Tanzmücken oder Schwarmmücken haben das ganze Wochenende vor unserem Haus und auch IN unserem Haus, besser gesagt IN Nadines und meinem Zimmer gewütet. Diese Mücken treten von Zeit zu Zeit immer wieder in Schwärmen auf, überleben zwei, drei Tage und verdrecken somit alles was ihnen in den Weg kommt, indem sie sich überall niederlassen, wo sie nur hingelangen, sterben und natürlich liegen bleiben. Ein ekelhaftes Nebendetail—sie stinken nach Fisch.

Jedenfalls sind unsere Moskitonetze an den Fenstern unseres Zimmers nicht gerade dicht und somit fanden wir ein Zimmer übersät mit Sayules vor. So war also mal Putzen angesagt. Als ich versuchte die Biester mit Besen, Föhn und Ventilator zu eliminieren, hab ich mir das erste Mal einen Staubsauger gewünscht. +hahahaha+

Nach ca drei Stunden Arbeit war unser Zimmer wieder "Sayulesfrei" und wir ließen uns erschöpft, aber mit vielen einzigartigen Eindrücken unseres Trips an den Río San Juan nieder genossen die letzten Stunden des Descansotages mit Nichtstun.


Montag, 5. April 2010

Die Evakuation und Semana Santa - 2 Wochen Jinotepe

2 Wochen Jinotepe



Hallo ihr Lieben

Nach zwei Wochen Jinotepe, hat sich der Vulkan beruhigt und somit sitz ich schon wieder auf der Terasse unseres Voluntärhauses auf der Insel. Letzten Montag (5.4.) haben wir die Zelte in Jinotepe endgültig wieder abgebrochen und sind mit Sack und Pack, Matratzen und 160 Kindern zurück nach Hause geshippert :D

So ungern ich vor zwei Wochen die Insel verlassen habe, so schwer ist mir auch der Abschied von Jinotepe gefallen. Die Tage sind wie im Flug vergangen und ich muss sagen besser hätte ein Evakuationsurlaub inkl. Semana Santa und Pasqua, also Ostern wohl nicht sein können.
Zwei Wochen Action mit unsren Kindern und den Jugendlichen vom Casa Padre Wasson (so heißt das Zentrum in Jinotepe), insgesamt über 200 Kinder und Jugendliche inkl. Tíos, Tías und Voluntäre, da kann man sich vorstellen das einiges los war.

Die erste Woche gestalteten wir mit Talleres (Workshops) am Vormittag und am Nachmittag wurde gespielt, gekickt, gebastelt, gemalt, Früchte gesammelt, usw.......

Ich war im Taller de Artesanía, d.h. wir waren sehr kreativ und haben geknüpft und viele viele Armbänder, Halsketten und dergleichen gemacht... Dadurch, dass vor allem einige der Jugendlichen vom Casa Padre Wasson regelrechte Profis sind, konnte ich selbst sehr viel über die lateinamerikanische Handwerkskunst lernen und mein neu erlangtes Wissen an die Kleinen weitergeben. Hat total viel Spaß gemacht und ich glaub im nächsten Descanso werd ich mir auch diese besonderes Garn (ist mit Wax eingelassen) besorgen.
Das Knüpfen ist eine volle feine Arbeit zum Abschalten und Relaxen, für mich jedenfalls. Wenn man denen zuschaut, dies wirklich gut können, kriegt man mal große Augen in was für einem Wahnsinnstempo sie ich weiß nicht wie viele Fäden in kleine und größere Kunstwerke verwandeln.

Nach dem Mittagessen war dann Freizeit angesagt und wir haben unterschiedlichste Dinge unternommen und organisiert, um auch den Kindern, die nicht so vernarrt ins Fußballspielen sind, ein Programm zu bieten.
Wir stellten zum Beispiel Salzteig her, um Figuren unterschiedlichster Art anzufertigen. Einige Kinder bekamen bei dieser Arbeit aufgrund des Brotgeruchs dieses Teiges Hunger, dass sie, obwohl wir von Anfang an gesagt haben, dass man das nicht essen kann, von der Salzmasse probierten und anschließend mit verzogenem Gesicht feststellten, dass es wohl doch keine Galletas (Kekse) sind +g+ Nachdem wir um 200 Figuren zusammenhatten, und es hat wirklich Jung und Alt mit voller Begeisterung mitgeholfen, gings an den kommenden Tagen zum Anmalen. Behalten durften die Kinder ihre Figuren vorerst mal nicht, da wir etwas ganz besonderes damit vorhatten. In der Nacht von Ostersamstag auf Ostersonntag versteckten auf der Wiese, unter Büschen, usw. und die große Suche konnte am Sonntagmorgen nach der Messe beginnen. Auf jede Figur schrieben wir im Vorhinein eine Nummer und so gabs nach der Suche eine Tombola mit vielen kleinen Geschenken ;)

Weitere Highlights

Einen Tag fuhren wir alle gemeinsam zusamengequetscht in zwei Busse ans Meer --- La Boquita -- wo ich letztes Descanso mit Nadine schon war.
Wow bis auf die An- und Rückreise wars ein phantastischer Tag ... Wir haben die Wellen bezwungen, viele Muscheln gesammelt, gespielt und Strand und Meer so richtig ausgekostet.
Die Busfahrt war deshalb nicht so der Hammer da wir einfach viel zu viele Leute waren +gg+
Wir wurden regelrecht übereinander geschlichtet und bei der Hinfahrt wurde noch eingekauft, da wir ja natürlich auch was zu essen brauchten...Bananen, Orangen, Mangos, Brot und Cola und Fanta für alle, das Mittagessen transportierten wir in den großen Kühlboxen aus denen wir sonst eh auch imme essen...super Tag -- die Fotos gestätigen das glaube ich ;)

Ausflug nach Nandaime
Für einen Nachmittag schnappte ich mir die Kinder meiner Sektion, die kleinsten Jungs und einige der Älteren und Tinka, Tini, Tío Mauricio und ich machten uns auf den Weg in den nächsten Ort -- Nandaime -- Die Kinder genossen es so richtig mal länger zu gehen, zu laufen und Früchte zu sammeln. Waren insgesamt über drei Stunden Fußmarsch, doch langweilig wurde uns nicht und zur Belohnung gabs in Nandaime Eis für alle (die Eismarke hier heißt auch Eskimo, hab ich glaube ich eh schon mal erzählt ;)) Am Rückweg wurden noch einmal ganz viele Jocotes gesammelt +mhhhhhm+
Wir dachten eigentlich, dass die Kinder nach diesem Ausflug genug vom Marschieren habe, naber sie bettelten uns am nächsten Tag, ob wir nicht noch mal gehen könnten und so machten wir uns ein zweites Mal auf den Weg und diesmal nicht mit 10 Kindern sondern mit über 20 ;)

Die Messen und Kreuzwege
In den Genuss viele Messen zu feiern und den Kreuzweg zu simulieren kamen wir speziell in unserer zweiten Woche in Jinotepe -- Semana Santa eben. Ob um halb 7 in der Früh oder gleich nach der Ankunft von unserem Ausflug nach la Boquita, wir waren immer mit voller Motivation dabei, mehr oder weniger halt +g+ Nein so schlimm wars nicht. Die Messen hier finden immer im Freien statt, Sitzen dann gemeinsam in der Wiese, singen und lauschen den Worten des Pfarrers. Die Kreuzwege waren eher mühsamer da wir uns bei jeder Station, egal ob in der prallen Sonne, auf Steinboden, Kies usw. hienknien mussten, um zu beten, das ganze fast zwei Stunden lang+g+

Aber wie gesagt, war in dieser Woche einfach der Anlass und deshalb hats auch gepasst :D

Besuch des nicaraguanischen Schauspielers Cesar
Cesar und sein Team unterstützt N.P.H. finanziell und kommt so auch immer wieder einmal auf Besuch. Da er erst vor Kurzem Geburtstag hatte, war dies natürlich Anlass genug gscheit zu feiern. Die Mädels gaben ihre Tanzkünste zum Besten, ein kurze Dramatisation wurde vorgeführt. Den restlichen Tag gabs Pinata, Kuchen,Eis, Süßes, Süßes, Süßes, ... kleinere Workshops und viele viele glückliche Kinderaugen ....

Nadine und mir hat es so gut gefallen sodass wir unser descanso das wir übers Wochenende von Ostern nehmen hätten können ausließen. Für einen Tag fuhren mir nach Jinotepe um Einzukaufen und etwas abzuschalten aber am Abend kehrten wir zu den Kindern zurück um mit ihnen die Ostermesse mit grooooßem Lagerfeuer zu feiern. Der Ostersonntag verlief mit Figuren suchen, Tombola, usw. so wie ich schon erzählt hab.

Zum Abschluss noch ein kurzes Resumée....
.... die zwei Wochen Jinotepe waren super aufregend, großes Ferienlager zum Austoben ;)
Außerdem hab ich es total genossen viel, viel Zeit mit den Kindern zu verbringen, sie noch besser kennenzulernen, meine Namenskenntnisse zu verbessern, usw.
Das, was mir am Casa Padre Wasson so gut gefällt, ist, dass wir so vereint waren, die Häuser lieben näher aneinander und so gibts einfach mehr zentrale Orte, wo man sich zusammensetzt, um Video zu schauen, zu essen, Gitarre zu spielen und zu singen oder einfach nur zu ratschen. Hab es sehr schön gefunden auch ein paar ältere Kinder oder Jugendliche besser kennenzulernen und ihre Geschichten zu erfahren. Diese Geschichten, die alles andere als schön sind lassen einen wieder daran erinnern, wie viele schwere Zeiten der Großteil der Kinder hier schon durchstanden hat und erleben musste.

Montags gings dann also mit einem weinenden und einem lachenden Auge zurück nach Hause auf die Insel.


Jetzt ist scho wieder eine Woche vergangen, und ich bin auch richtig froh wieder hier zu sein. Der Vulkan hat seit dem keinen Rauch oder Asche mehr von sich gegeben, also braucht ihr euch keine Sorgen machen....alles in bester Ordnung!!!!!!!!





Freitag, 19. März 2010

Laaaagebericht und ein turbulentes Wochenende auf der Insel

Eigentlich wollte ich diesen Blog meiner Arbeit, den vielen verschiedenen Eindrücken, die ich dort gewinne, meinem Alltag, die Zeit mit den Kindern, usw. widmen.... da hat dann doch der Vulkan einen Strich durch die Rechnung gemacht --------

Eingang zur Schule von N.P.H .















Schule von N.P.H. --> der erste Raum ganz links ist unser Therapieraum

















Das war letzte Woche und seit ca 12 Tagen macht der liebe Vulkan täglich solche Dinge...es gibt immer kleine bis größere Explosionen und Eruptionen, die diese gewaltigen Rauchwolken verursachen, der Wind verträgt die austretende Asche und beglückt uns dann mit Ascheregen.
Die Einheimischen sagen, dass der Vulkan jedes Jahr um diese Zeit sehr aktiv ist und oft Rauchwolken zu sehen sind, aber im Moment ist viel mehr wie in den letzten Jahren. Auch sagen sie, dass es gut ist wenn die Asche und der Rauch rauskommt, denn wenn sich alles im Inneren aufstauen würde, würds irgendwann eine riesengroße Explosion geben und das wollen wir ja alle nicht.
Vor zwei Tagen ist das Militär mit 100 Mann angerückt, um im Falle einer Evakuation vor Ort zu sein. Die Spezialisten aus Managua haben den Vulkan in genauster Beobachtung und falls es wirklich schlimmer werden sollte wird sofort Bescheid gegeben. Auch gibt es einen Evakuationsplan für die gesamte Insel. Vor ca 2 Monaten war auch eine Übung, um die Bevölkerung im Falle des Falles daruaf vorzubereiten.
35 000 Menschen haben Platz auf die andere Seite der Insel gebracht werden die restlichen 5000 bekämen eine Platz auf den Schiffen und Booten, um aufs Festland zu gelangen.

Bis jetzt ist es aber noch gar nicht soweit. Die Nachrichten sagen, dass alles für ein etwaige Evakuation bereit steht aber sich die Gefahr noch immer auf der grünen Alarmstufe befindet. (wollen wir das mal glauben +gg+)

Bei uns bei N.P.H. hat der rauchende Vulkan in den letzten Tagen natürlich auch ziemlich für Aufruhr gesorgt. Informationen drangen nur spärlich durch und so konnten wir nur immer wieder beobachten, wie viel Rauch und Asche der gute Berg ausspuckt.
Spekulationen von allen Seiten brauten sich zu Gerüchten auf und niemand wusste wirklich, wie der Plan aussieht, wenn sich der Vulkan nicht wieder beruhigt.
Vorweg...schon seit längerem ist geplant, dass wir die Osterwoche mit allen Kindern in Jinotepe verbringen (dort wo das neue Zentrum von N.P.H. gebaut wird und bis jetzt nur die 16 bis 18-Jährigen wohnen).
Nun teilten uns leise Stimmen vor dem Wochenende mit, dass wir eventuell schon eine Woche früher nach Jinotepe fahren, um der Gefahr des Vulkanes aus dem Weg zu gehen bzw. dann auch länger dort bleiben, bis er sich wieder beruhigt hat. Leider konnte uns bis gestern früh niemand sagen, was nun wirklich auf dem Plan steht.
Wir versuchten durch unsre Koordinatorin an Infos zu kommen, doch es hieß, alles bestens, es gibt für die nächsten Tage noch keinen Grund zur Evakuation und nach Jinotepe gehts so auch erst in der Osterwoche.

Nadine und ich verließen so am Samstag nach dem Gespräch mit unsrer Koordinatorin das Haus, um auf die andre Seite der Insel nach Mérida zu fahren (hatten ja Descanso)
Am Nachmittag nachdem wir aus weiter Ferne einen erneut
sehr stark rauchenden Vulkan
















beobachtet hatten erhielten wir die freudige Nachricht via Telefon.
Eine Voluntärin rief uns an und teilte uns mit, dass der Direktor unseres Hauses entschlossen hat, uns alle am Sonntag zu evakuieren. Nadine und ich waren mal kurz perplex, weil diese Nachricht nun doch sehr aprupt und schnell kam und wir ja eben erst vor ein paar Stunden mit dem Wissen, die Evakuation wird in den nächsten Tagen nicht stattfinden, ins Wochenende gestartet sind.

Gestern hatten wir keinen Bus mehr zurück nach N.P.H. deshalb machten wir uns einen schönen Abend in Mérida. Die andren teilten uns auch mit, dass wir nicht aufgrund einer sich erhöhten Gefahr des Vulkans evakuiert werden sondern desewegen, weil viele Eltern der Kinder darauf bestanden haben die Kinder in Sicherheit zu bringen und erst gar keiner Gefahr auszusetzen.
Chaos hin und her, Spekulationen hier und da, wir kehrten somit heute (Sonntag) am Vormittag nach N.P.H. zurück und waren uns bis wir die leeren Häuser vorfanden ziemlich sicher, dass sich die Kinder inkl. Tíos und Volunteers noch nicht auf den Weg gemacht haben. Nach Nica-Gemütlichkeit dachten wir uns, das wird wohl doch etwas länger dauern. Doch dem war nicht so. Wir kamen uns ein bisschen wie im Film vor +g+ ein riesengroßes Gelände und keine Menschenseele zu sehen. Unser Hühnerbauer teilte uns dann mit, dass tatsächlich alle schon in der Früh abgehauen sind. +gg+

Wir telefonierten dann noch mal mit unsren Kolleginnen und so werden Nadine, Ryan und Megan, die erst heute von dem Glück der Evakuation erfuhren und auch im Descanso waren, und ich heut unsre Sachen packen viele Spiele, Bälle und Bastelsachen einpacken und morgen nach Jinotepe aufbrechen.....

..... 2 WOCHEN Jinotepe (Minimum)..... ich weiß nicht, ob ihr euch daran erinnert, was ich damals über Jinotepe geschrieben habe, als wir während der Ferienzeit der Kinder mit den Kindern, die nicht zu ihren Familien fuhren, einen Tag und eine Nacht in Jinotepe verbrachten. Es ist ja voll schön dort, nur leider immer noch Baustelle zum Großteil zumindest. Damals waren wir gut ein Drittel der Kinder, die wir jetzt sind und wir mussten uns schon die Matratzen zum Schlafen teilen, und wir blieben nur eine Nacht. Jetzt sind wir statt den damals knapp 50 Kindern 150 und fahren nach Jinotepe, wo weitere 40 leben, dazu 11 Volunteers die ganzen Tíos usw.

Irgendwie freu ich mich schon drauf, wird sicher ein Erlebnis---- die Schlacht um die Matratzen beginnt +hahaha+ ich glaub die kommenden zwei Wochen werden zur Härteprobe, knapp 200 Kinder auf einen Fleck, und wir mittendrin. Ein weiteres Problem ist, dass es in Jinotepe kaum Spiele für die Kinder gibt, d.h. Nadine und ich werden uns morgen mit Fußbällen, Bastelsachen und Slackline bepacken und mit hoffentlich viel Energie in den Knochen ins Ferienlager Deluxe aufbrechen :D

Ich schau den kommenden zwei oder mehr Wochen optimistisch entgegen und ich glaub wir werden das Beste draus machen, ein Spaß wirds sicher, das steht fest!!!!!

Ich hoff auch, dass sich der Vulkan nach Ostern wieder beruhigt hat, damit wir alle nach Hause zurückkehren können, um auch mit unserer eigentlichen Arbeit fortzufahren, die wir jetzt leider unterbrechen muessen :/

Stört mich deshalb ziemlich, weil ich mich gerade jetzt so wohl in meiner Arbeit fühle und grad alles den Rhytmus bekommen hat, den es angenehm macht nach vier coolen Wochenendtagen mit viel Enthusiasmus in die Arbeitswoche zu starten. Montag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag früh von 7:00 bis 9:00 die Kinder von unsrem grad gestarteten Projekt Samaritano (sind 8 Kinder im Alter von 3 Monaten bis 10 Jahren mit unterschiedlichen neurologischen Syndromen, mentaler Beeinträchtigung und Sprachproblemen). Danach geht jeweils die Arbeit in der Schule weiter mit den Kindern von N.P.H., und Dienstags gehts immer ins Casa Asis zu den Kleinen von N.P.H., um dort Gruppen- und Einzelterhapeutisch tätig zu sein. Tja das wäre der Plan und wird hoffentlich auch wieder so weitergehen, wenn sich der Vulkan dazu entschieden hat, still zu sein +g+

Vorerst heißts jetzt mal viele Kraftquellen aktivieren, um den Kindern zwei unterhaltsame Wochen zu bieten ;)

Noch ein paar lustigere Geschichten zum vergangenen Wochende.

Freitags sind Nadine und ich nach Rivas aufs Festland gefahren, um einige Sachen, wie Geld abheben, dies und das einkaufen, uns nach Fahrrädern erkundigen (wollen uns nämlich welche zulegen, sind hier auf der Insel sehr prakisch), usw. erledigen. Machten uns gegen Nachmittag wieder auf dem Heimweg. Diesmal fuhren wir mit einem besonders altem Boot, ist am billigsten und fährt nicht nach Moyogalpa sondern San Jose, das näher zu N.P.H. liegt, also perfekt, dachten wir.
Dazu sagen muss man jedoch, dass wir zuvor schon schlechte Erfahrungen mit diesem Fischkutter gemacht haben, denn einmal als wir in der Früh nach San Jorge wollten, um ins Casa Asis zu fahren, gab das Boot nach 10 Minuten den Geist auf, der Motor war wohl abgesoffen, Rauch kam aus dem Bauch des Bootes und so mussten wir umkehren, wir schafften es gerade wieder bis ans Ufer, da wir ja noch nicht weit entfernt waren--- das nur als Vorgeschichte.
Jedenfalls, als wir dann mit gutem Gewissen in die Lancha, so nennen sie hier diese Boote, einstiegen und bei ziemlich starken Wellengang (seetauglich bin ich nach diesem Jahr zu 100%) losshipperten, dachten wir uns noch nichts. In der Ferne konnten wir zum Schrecken den erneut rauchenden Vulkan beobachten und wenige Momente später machte der Motor der Lancha ziemlich beuunruhigende Geräusche.... und tatsächlich ---- er soff wieder mal ab!!!!!!! Nun waren wir uns nicht mehr ganz sicher--- ist nun der rauchende Vulkan oder das Boot auf dem wir uns befinden gefährlicher....?????

-- passiert ist uns nichts, wir sind auf der Insel angekommen, zwar nach 2 Stunden, nassgespritzt von den Wellen aber lustig wars +ggg+ (eig fährt man 1 Stunde)

Als wir dan ankamen wars schon dunkel und wir organisierten uns noch eine Mitfahrgelegenheit, da wir nicht zu Fuß bei Dunkelheit gehen wollten. Alles gut gegangen ;)

Samstags sind wir ja, wie schon kurz erwähnt auf nach Mérida, um dort unser restliches Descanso zu verbringen. Da sich der Bus wieder mal nicht blicken ließ, nutzten wir die Gelengenheit ein bisschen mit unsrem Bauer von N.P.H., der schon seit 70 Jahren auf der Insel lebt zu quatschen und über den Vulkan zu plaudern. Bald kam ein Auto mit zwei Männern vom Fernsehen (Canal 11 ;)) und positionierten gleich mal ihre Kamera in Blickrichtung auf Vulkan....Konnten dieses Spektakel nicht mehr länger beobachten, da sich uns gleich mal eine Mitfahrgelegenheit auf der Ladefläche eines PickUps auftat und die mussten wir natürlich annehmen. Aber später kams noch besser +zwinka+

Also wir fuhren mit dem PickUp mit bis ins nächste Dorf -- San Jose -- und machten es uns auf einer Bank gemütlich, auf der wir schon einmal auf den Bus gewartet hatten. Bald kamen wir mit ein paar Leuten von der benachbarten Bar ins Gespräch, quatschten über dies und das und wurden eingeladen doch wieder zu kommen um gemeinsam zu essen usw. Ein Kellner (od. glaub ich auch Besitzer der Bar) ist bei N.P.H. zur Schule gegangen, auch ein guter Freund von Tía Martha, der Tía aus meiner Sección .... So ists richtig schön Leute kennenzulernen und man ist nicht mehr der Tourist sondern fühlt sich schon ein bisschen so als ob man dazu gehört, weil man ja auch sein Leben hier hat ;)

Jedenfalls hat uns Danny so heißt der Bursch aus der Bar gleich eine Notiz auf einen Zettel geschrieben, im Falle, dass wir Kayaken gehen wollen (das hätten wir eig vorgehabt für dieses Wochenende, ist sich dann aber leider nicht ausgegangen), mit einem Auftrag an den Inhaber der Verleihstelle für Kayaks nahe Mérida, dass er uns zwei hübschen Mädels einen guten Preis machen soll, gut behandeln soll, usw. mit Gruß von ihm --- sehr zuvorkommend +gg+ so sind sie die Nicas.

Kurz danach hielt wieder das Auto mit den zwei Reportern vom Fernsehen neben uns an. Zuerst glaubten wir sie würden vllt in die gleiche Richtung fahren und uns eine Mitfahrgelegenheit anbieten, aber NEIN -- wir wurden zu Opfern eines Interviews +hahahaha+
Also liebe Leute jetzt ists soweit, nach nur drei Monaten in Nicaragua habens Nadine und ich schon ins Fernsehen geschafft (Canal 11-- für den Fall, dass irgendjemand NicaTV empfangen kann +looool+) Sie befragten uns zur Insel, wies uns gefällt, welchen Eindruck wir vom Tourismus hier haben, wies um den Vulkan jetzt steht usw. War wirklich sehr interessant. Danach notierten sie noch unsre Namen und email-adressen und weg waren sie auch schon wieder ;D

Nach dem Interview erblickten wir dann endlich den nahenden Bus und wir begaben uns auf die Weiterreise nach Mérida. Über Stock und Stein erreichten wir die Hacienda Mérida einige Stündchen später. Mérida ist ein kleines Dorf auf der andren Seite der Insel, in der Nähe von dort aus ich auch den Vulkan Maderas erklommen hab. Wir verbrachten einen gemütlichen Tag, mit Spaziergang, Chillen am See, Beobachten des Vulkans (!), gutem Essen und der Suche nach neuen FlipFlops oder Sandalen.

Liebe Mama meine FlipFlops haben nun den Geist aufgegeben. War nicht grad so angenehm, da ich keine andren Schuhe mithatte, und der Boden der tlw. aus schwarzen Vulkansand besteht sehr sehr heiß wird, wenn den ganzen Tag die Sonne draufscheint!!!!! Nach einem Orientierungslauf von Schattenplatz zu Schattenplatz, um meine schon fast brennenden Fußsohlen zu kühlen, stießen wir zum Glück auf eine Bodega, wo es ausreichend Flip Flops und anderen Krims Krams zu kaufen gab. Während meiner vorigen recht hastigen Laufaktionen grinsten mir einige Dorfbewohner sehr schmunzeld zu und als ich dann ein zweites Mal an ihnen vorbeispazierte, diesmal mit Sandalen, riefen sie mir gleich zu, ob ich nun doch welche gefunden hätte....so lernt man gleich das ganze Dorf kennen.

Am Abend konnten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten, danach genossen wir ein Superabendessen, wir übernachteten im Freien in einer Hängematte und so gings am Sonntag in der Früh doch recht ausgeruht zurück nach N.P.H., wo wir, wie ich schon erzählt hab, ein leeeeeeeres Gelände vorfanden.

Haben den resltichen Sonntag dazu genutzt unsre Wäsche zu waschen, ein bisschen auszuspannen, gemeinsam zu kochen und den Abend gemütlich ausklingen zu lassen. Genau das Richtige, um Kraft für die kommende Zeit zu sammeln.

Also wie gesagt, morgen verlassen wir die Insel, drückt mir die Daumen, dass sich dieser Vulkan wieder beruhigt.

Bis auf weiteres viele Bussis und Schöne Ostern --- weiß nicht, wann ich das nächste Mal Internet haben werd.

Verena

5. Descanso - ein turbulentes Wochenende

Sonntag, 7. März 2010

Managua, Diriamba, La Maquina und La Boquita

Hola ihr Lieben,

Und schon wieder geht ein Wochenende zu Ende...mir kommt vor die Zeit fliegt nur so dahin, wenn ich mir denk dass wir schon März haben. Jetzt geht der Winter bei euch auch schon langsam zu Ende....(theoretisch wärs so +g+- i glaub es hat grad wieder geschneit oder? +hihi+)

Nur mal vor weg, nach dem Post über das vergangene Wochenende werd ich wieder mal einen Eintrag über mein Leben hier bei N.P.H., die Arbeit und die Kinder schreiben (inkl. Fotos natürlich), man könnte ja fast meinen ich mach nur mehr Urlaub- ist aber nicht so +zwinka+ Arbeit gibts viel und es ist auch ziemlich anstrengend, aber gerade deswegen gefällts mir so gut und ich genieße jede Minute mit den Kindern. (aber dazu später)

Sodala zum mittlerweile vierten langen Descanso:

4. Descanso - Managua, Diriamba, La Maquina, La Boquila


Freitag früh sind wir wieder sehr früh aufgebrochen, um mit einer der ersten Lanchas die Insel zu verlassen. Wir machten uns gemeinsam mit Tía Maria Jose auf den Weg nach MANAGUA.
Sie ist Tía der Mädels (Medianas), wohnt mit ihrer Familie in Managua, hat uns angeboten uns Managua zu zeigen und zu sich nach Hause eingeladen.
Wir nahmen dieses Angebot natürlich gerne an und hatten somit einen Privatguide durch die, wie alle sagen so GEFÄÄÄHRLICHE Stadt. Gefährlich deswegen, da es viele Viertel gibt, wo die Kriminalität sehr hoch (v.a. Diebstahl) ist, das haben wir zumindest sagen lassen.

Ich habe in den knapp eineinhalb Tagen, die wir in der Hauptstadt verbrachten einen ganz andren Eindruck der Stadt bekommen und wir haben uns sogar getraut den größten Markt Zentralamerikas zu besuchen -- Mercado Oriental.

Erstmal angekommen in Managua war ich überwältigt von der Vielfalt an Geschäften, einzelnen sehr modernen Einkaufshäusern oder Bankgebäuden, dem MC Donald und anderen Fastfoodrestaurants, die auf einmal auf der Bildfläche erschienen. Trotzdem und gerade deshalb sehr arg, Tür an Tür mit den sehr einfachen Häusern oder Hütten der Menschen hier. Hier treffen zwei Weltern aufeinander ...

Tía Maria Jose hat uns ihrer Familie vorgestellt und uns eine Schlafmöglichkeit bei ihrer Nachbarin und besten Freundin, die gegenüber wohnt organisiert. Im Haus von Maria Jose hätten wir keinen Platz gehabt, da sie dort mit ihren zwei Kindern, drei Schwestern (inkl. 4 Kindern- also Nichten) und ihren Eltern wohnt. Es gibt einen Eingangsbereich der auch das Wohnzimmer ist und zwei oder drei Zimmer die mit Vorhängen in den Türen abgetrennt sind. Also ganz schön wenig Platz für viiiele Leute.
Die Familie der Freundin hat deutlich mehr Platz und weniger Kinder. deshalb wars dort gut möglich. Wir sind von allen Familienmitgliedern und Nachbarn gleich herzlich begrüßt worden und natürlich auch kulinarisch verköstigt. Nebenbei haben wir mit den kleinen Mädels gespielt, die eine große Freude mit uns als Besuch hatten ;)

Für den Nachmittag gings dann mit Maria Jose, ihren zwei Freundinnen und ihrer Nichte Briana auf ins Getümmel. Und Getümmel ist wirklich nicht untertrieben +g+ hier wimmelt es von Menschen - diese Stadt lebt!!!!!
Autofahren müsste hier auch spannend sein, möcht ich nicht ausprobieren. Zu viele rasende Autos und außerdem zu viele Menschen auf der Straße, man muss sich das so vorstellen --> ein großer Teil der Menschen hier verdient sich sein Geld damit Wasser, Früchte, selbstgemachtes Essen und andere Kleinigkeiten zu verkaufen. Nur dass sie dies nicht nur an ihren Ständen tun, nein sie stehen mitten im rasenden Verkehr und immer, wenn die Autos zum Halten kommen (ja hier gibts auch Ampeln!!! die ersten denen ich in Nicaragua begegnet bin), gehts ab zum Waren verkaufen an die Autotüren--- natürlich mit lauten Geschrei und einem Enthusiasmus, dass ich schön gêschaut hab.

Mercado Oriental --- meiner Meinung nach ganz chillig +g+ ein riiiieeesiger Markt, wo man wohl alles findet, was das Herz begehrt... Nadine und ich hatten zum Glück gute Guides, weil ohne sie hätten wir aus dem Labyrinth aus Ständen und Geschäften wohl nicht mehr herausgefunden. Nadine und ich kauften ein paar günstige T-Shirts und ein paar kleinere Dinge, die Suche nach einer günstigen Hängematte für den Therapieraum des Projektes scheiterte leider, aber wir geben die Hoffnung nicht auf.

Maria Jose zeigte uns noch die Stände ihrer Freunde und dann gings auch bald schon wieder ins Freie. Fotos gibts leider keine, da wir zu unserer Sicherheit keine Tasche mit Wertgegenständen mit hatten, alleinig das Geld im BH versteckt, das war auch richtig und wichtig so, da sich auf diesem Markt ganze Gruppen von Gaunern herumtreiben und es natürlich besonders auf Touristen abgesehen haben. Zum Glück machten wir keine Bekanntschaft mit solchen Gaunern und so bleibt uns der Mercado Oriental sehr gut in Erinnernung. Wir werden sicher wieder kommen, wenn uns mal ein Kaufrausch treibt :D

Vom Markt zurückgekommen besuchten wir noch eine andre Freundin von Maria Jose mit der wir dann schon Pläne für die Semana Santa schmiedeten (da feiert ganz Nicaragua bis zum Abwinken)- vllt gehts also schon bald ab an die Grenze von Costa Rica -- San Marco, um Ostern so richtig nicamäßig zu feiern -- mal schaun, man wird sehen -- die Einladung steht schon mal.

Am Abend zeigte uns Maria Jose das Multi Centro -- ein Einkaufszentrum, wie es moderner auch bei uns nicht sein könnte. Hier wird jedoch nicht nur eingekauft, sondern ist es auch ein Ort zum Ausgehen, Abendessen usw. Ganz schön schräg auf einmal in einem mehrstöckigen Gebäude mit Klimaanlage und Kino im obersten Geschoss zu stehen.

Am Samstag holte uns Voluntärin Carmen (sie lebt auch mit ihrer Familie in Managua) ab, wir machten einen kleinen Stadtbummel und schauten bei ihr zu Hause auf einen Fresco vorbei. Mittag gegessen wir dann noch mal zum Abschluss bei Maria Jose daheim und anschließend machten sich Nadine und ich mit sehr vielen schönen Erinnerungen an Managua auf den Weg nach Diriamba.

Diriamba liegt südwestlich von Managua auf ca. 800 Metern Seehöhhe. Das hatte zur Folge, dass Nadine und ich nahezu zum Frieren begannen, da es im Vergleich zum vor Hitze dampfenden Managua richtig kalt erschien. Wir verbrachten einen gemütlichen Nachmittag und Abend in Diriamba, verspeisten köstliche Papaya und übernachteten in einem nahezu luxuriösen Zweierzimmer mit Fernseher (!!).

Am Sonntag gings wieder abwärts in Richtung Meer und wir statteten La Maquina (Kaskaden, kleine Wasserfälle) und La Boquina (Dorf an der Pazifikküste) einen Besuch ab. Die Kaskaden werden hier von den Leuten als ich weiß nicht wie grooß beschrieben +gg+ sind sie nicht, im Vergleich zu den Wasserfällen bei uns zu Hause, klar. +hihi+ Trotzdem sehr idyllisch und die NicaFamilien nutzen diese Wasserstellen sowie den Strand von La Boquita dafür die Sonntage gemeinsam zu verbringen.
Der Strand von La Boquita ist voll schön, nur leider sind die Preise in den Strandbars sehr auf Touristen ausgerichtet, wir entschlossen uns im kühlen Nass etwas abzukühlen und uns anschließend langsam auf den Heimweg zu machen.

Kehrten so schon gegen Sonntag Abend nach Hause auf die Insel zurück. War ein sehr schönes Wochenende und einfach mal super interessant ein bisschen das Leben hinter
den Haustüren der Nicafamilien kennenzulernen.

Montag nutzte ich dann dazu mal meine ganze Wäsche zu waschen, aufzuräumen, Kuchen zu backen und Vorbereitungen für die kommenden Arbeitstage zu treffen.

Mit Neuigkeiten aus meinen Alltag hier bei N.P.H. meld ich mich sobald ich Zeit finde ;)

ganz viele Bussis
Verena

Montag, 22. Februar 2010

Playa Popoyo, Astillero, Moyogalpa - ein kaum zu übertreffender Trip an die Pazifikküste

3. Descanso - Strand, Strand und wir


Etwas verspäteter Bericht, aber da die vergangene Woche sehr arbeitsreich war ists sichs nicht früher ausgegangen ..... ;)


Freitag früh, läutete der Wecker wieder mal sehr zeitig, diesmal nicht zum Arbeiten--- nein das Descanso stand vor der Türe.
Da fiel das Aufstehen besonders leicht. Rucksäcke waren bereits gepackt und schon konnte es losgehen. Um 7:00 nahmen wir die Lancha von Moyogalpa nach San Jorge und setzten uns gleich ins nächste Kollektivtaxi nach Rivas.
Da die Überfahrt mit der Lancha länger dauerte als normal (Wellengang, Probleme beim Anlegen) dachten wir, dass wir den letzten Bus an die Pazifikküste (Las Salinas, Playa Popoyo) verpasst hätten. (hätte um halb 9 gehen sollen) Aber zum Glück befinden wir uns in Nicaragua, wo die Uhren etwas anders ticken. Stiegen aus dem Taxi aus - es war schon nach 9 und der erste Bus der uns ins Auge fiel, hatte die Aufschrift >>Tola, Las Salinas<<. Qué suerte!!! Kauften noch etwas Obst für die Busfahrt ein und dann gings auch schon los. Die Busfahrten hier sind sehr amüsant und da vergehen zweieinhalb Stunden wie im Flug. Über Stock und Stein quälte sich der Bus und sammelte alle Leute mit Hupen ein, die er finden konnte. Außerdem wurde wie wild auf- und abgeladen - unzählige Säcke mit Reis, Kanister mit Wasser, Matratzen, usw. Die armen zwei Burschen, die die gewaltigen Massen auf das Dach des Buses bekommen mussten taten mir schon richtig leid +gg+ Ich glaube mit der Anzahl von den Säcken von Reis wurde ein ganzes Dorf versorgt. Zwischendurch stieg mal eine Frau ein, die zwei kleine Hendln in der Hand hatte. Zur Mittagszeit hin wurde der Bus dann so richtig voll, eine Schulklasse quetschte sich in die letzten Freiräume des sehr "geräumigen Buses" +gg+ Die Kinder grinsten uns mit großen freundlichen Augen an und schauten ganz neugierig :) Während der Fahrt konnte ich einen guten Eindruck der sehr einfachen Lebensweise der Dorfbewohner bekommen. Häuser aus Wellblech, Holz oder tlw. nur großen Plastikplanen, Schweine, Hühner, Kühe und Pferde laufen hier herum wie Hunde und so musste der Bus einige Male abstoppen, um die Tiere passieren zu lassen. Kurz vor Mittag, teilte uns der Busfahrer mit, dass wir hier den Bus wechseln sollten- fuhren noch für ein Zeitl mit einen kleineren Bus weiter und wurden dann abgesetzt.
Und ja abgesetzt triffts, wir standen mitten auf einer Landstraße und weit und breit nichts, keine Häuser, keine Menschen, nur eine kleinere Straße die abwärts führte. Wir schlossen daraus, dass das wohl die Straße zum Strand sein müsste und so machten wir uns auf den Weg. Nach ca. 40 Minuten Fußmarsch erblickten wir die ersten Häuser, jedoch handelte es sich um entweder geschlossene Ferienhäuser oder baufällige alte Gebäude. Wir waren trotzdem guter Dinge, sammelten inzwischen Tamarindo, von dem es hier jede Menge an Bäumen gab und bald trafen wir auf Menschen. Ein paar Arbeiter versichterten uns, auf dem richtigen Weg zu den Hospedajen zu sein. Und so wars dann auch. Wir kamen schweißgebadet und etwas erschöpft am wunderschönen Strand Popoyo an. Hier gibts nicht wirklich ein Dorf, es ist eher eine Ansammlung von ca. 5 bis 6 Hospedajen, einem Restaurant und einer Bar. Sehr idyllisch. Die Auswahl der Hospedaje fiel so nicht schwer, wir kauften uns in der hauseigenen Bodega gleich eine Wassermelone und ließen uns für ein Mittagspäuschen in den Hängematten auf der Terasse der Hospedaje nieder. Zur Linken hatten wir Ausblick auf den Fluss der als Lagune neben der Hospedaje endet und bei Flut des Meeres mit dem Meer zusammenfließt. Somit zur Rechten der Strand. Waren gerade ganz relaxt als eine hohe krächzende Stimme unsere Ruhe störte. ---- ein Papagei, der wohl auch Teil des Inventars der Hospedaje ist, gesellte sich zu uns und wollte unbedingt die Aufmerksamkeit auf sich lenken.
Nach genügend Erholung machten wir uns auf die Umgebung zu erkunden, Menschen waren immer noch mehr oder weniger keine zu erblicken, dafür war die Landschaft umso beeindruckender. Spazierten ein bisschen den Fluss entlang, gesäumt von vielen Sträuchern und lianenartigen Gewächsen, wir trafen auf zwei Ferkel, die sich im Sand sulten und uns ein Zeitl begleiteten. Wir überquerten die Lagune kletterten über einige sehr vielfältige unterschiedliche Felsen, blickten in die Weite des weißen menschenleeren Strandes und ließen uns schlussendlich auf ein paar Steinen am Wasser nieder, um die Sonne und den Wind zu genießen. Apropro Wind- ja der bläst hier ganz anständig und dadurch, dass der Sand sehr fein ist, wurden wir tlw. so richtig schön sandgestrahlt +ggg+

Gegen Nachmittag krochen dann doch noch lebende Wesen aus ihren Gemächern und nach und nach kamen die Surfer angeschlendert, um die immer größer werdenden Wellen zu erwischen. Machten auch gleich Bekanntschaft mit Samir- wohl einer der sehr guten Surfer Nicaraguas, der seine Künste zu Recht preisgab. Verweilten bis kurz vor dem Sonnenuntergang am Strand und beschlossen nachdem das Wasser immmer weiter und weiter stieg doch den Rückweg über die Lagune anzutreten. Rückweg war gut gedacht, weil Weg wars jetzt keiner mehr. Lagune und Meer sind zusammengeflossen und wir mussten somit schauen unsre Sachen trocken ans andere Ufer zu bekommen. Einige Surfer paddelten grinsend an uns vorbei (siehe Fotoalbum)
Gut am anderen Ufer angekommen genossen wir den wunderschönen Sonnentuntergang und kehrten in unsre Hospedaje zurück. Zu Abend gegessen wurde natürlich Fisch. Und so wies in Hostels so üblich ist saßen wir nicht lange alleine. Ein australisches Pärchen, zwei Burschen aus Holland, zwei aus Texas und schlussendlich auch Samir gesellten sich zu uns und es wurde wieder mal eine sehr internationale Runde. Später gings dann weiter ins Hostel gegenüber, wo sich eine weiter Gruppe von Surfern aus Frankreich, Spanien, Argentinien, der Schweiz und Nicaragua vergnügte. Konnten somit gute Kontakte mit den einheimischen Surfern knüpfen und uns zu später Stunde mit einem "bis zum nächsten Mal" verabschieden.

Mit vielen wunderschönen Eindrücken verließen wir am nächsten Morgen das "Surferdorf" am Playa Popoyo und uns stand die lange Landstraße bevor die wir schon am Vortag bewältigen mussten. Noch dazu wussten wir nicht, ob wir einen Bus antreffen würden, der uns dann weiter in den Norden bis zum Fischerdorf >>Astillero<< befördern würde.

Das war wahrscheinlich schon zu viel nachgedacht weil nach ca. 200 Metern hielt ein Pickup neben uns an und die zwei Burschen fragen, ob wir eine Mitfahrgelegenheit bräuchten. Nadine und ich grinsten uns an und freuten uns über diesen Wink des Schicksals +gg+
Als die zwei meinten, sie müssten eh auch nach Astillero, waren wir sehr froh, diesen Teil der Reise gemütlich in einem Pickup verbringen zu dürfen. Etienne der Franzose (Fahrer), der schon seit zwei Jahren in Nicaragua lebt und der Spanier am Beifahrersitz (hab seinen Namen vergessen) kamen gerade von einem Surftrip am Playa Popoyo zurück. Erfuhren nach einiger Zeit Quatschen dann, dass Etienne auf den Hügeln über Astillero ein Surfcamp bestehend aus kleinen Hütten zum Übernachten und einer Bar mit Hängematten und wunderschönen Blick aufs Meer geschaffen hat und sich somit hier sesshaft gemacht hat und sein Geld verdient. Der Spanier war zu dem Zeitpunkt sein einziger Gast. Etienne zeigte uns sein Surfcamp und wir waren regelrecht beeindruckt. Hätte uns auch gleich einen super Preis zum Übernachten und Essen angeboten, falls wir in Astillero nichts finden sollten und brachte uns anschießend in das kleine Fischerdorf.

Und ich kann nur wow sagen - ja Astillero ist eines der Dörfer Nicaraguas, das wirklich authentisch ist. Nadine und ich waren die einzigen Touristen. Suchten uns eines der zwei vorhandenen Hospedajen aus und bezogen ein Zimmer mit direkten Blick auf den Strand, bzw. es befand sich am Strand +g+ Wir wurden herzlich von den einheimischen Besitzern des Hostels begrüßt und kamen gleich mal ins Gespräch mit einigen Arbeitern die dort weiteren Zimmern werkten. Das Hostel ist noch im Entstehen ;)
Astillero ist ein Fischerdorf an der Pazifikküste, in dem der Großteil der Einwohner versucht davon zu leben, was sie jeden Tag hart an Fischen ans Ufer bringen. Gefischt wird hier mit handgefertigten "Angeln" (Holzbrett mit Nylon hermugewickelt und Haken am Ende) So kann man sich vorsellen, dass dies eine schwere Arbeit ist und oft nicht genügend einbringt um gut leben zu können. Die Menschen hier leben wirklich sehr einfach, so wie ich auch davor schon beschrieben habe in Häusern aus Wellblech und Planen, Plumpsklo, Ziehbrunnen und Schweinen und Hühnern im Garten. Nichtsdestotrotz oder vllt gerade deswegen strahlen die Menschen hier eine Glücklichkeit und Lebensfreude aus, die sich unser eins wahrcheinlich oft wünschen würde.
Nutzten den schönen Tag um wieder ein bisschen die Küste zu erkunden, mit auf den Felsen stehenden Anglern zu quatschen und einigen Surfern zuzuschauen. Die Küste bestehend aus Sandstrand und Felsriff ist so vielfältig, dass wir wahrscheinlich den ganzen Tag nur fotographieren gekonnt hätten.
Als die Sonne sich jedoch zum Meer hinneigte kehrten wir zum Hostel zurück, setzten uns in die Liegestühle auf unserem Balkon mit direkten Blick auf die untergehende Sonne und genossen diesen Anblick. Zum Essen bekamen wir zu einem Spotpreis ein Gericht aus Fisch, Gemüse, Reiß und Tostone, dass wir schauen mussten, überhaupt alles zu packen. Die Inhaberin des Hostels hat nur für uns ganz schön aufgekocht. Für den nächsten Tag hätten wir mit dem Fischer des Hostels ausgemacht früh aufs Meer hinauszufahren, um selbst die Angelkunst zu erlernen. Standen so am nächsten Morgen sehr zeitig auf nur leider machte uns der Treibstoff einen Strich durch die Rechnung- der Fischer konnte keinen Treibstoff mehr bekommen, da er am Vortag aus war, und am Sonntag schauts noch schlechter damit aus. Egal, ich glaub wir haben noch viele Möglichkeiten Fischen zu gehen.
Nutzten so die frühe Stunde und machten uns per Bus wieder auf den Rückweg nach Rivas. Diesmal dauerte die Fahrt etwas länger, da wir einen ziemlichen Umweg über noch anderen Dörfer machten, und zudem einige kleine Flüsse überqueren mussten. Wieder war es sehr interessant die "vorbeifahrende" Umgebung zu beobachten und wurden um eine Erkenntnis schlauer--- Sonntag ist der Tag des Baseballs, denn in nahezu jedem Dorf konnten wir einen Sportplatz erblicken an dem eifrig gespielt wurde. Nach guten drei Stunden kamen wir schon halb ausgehungert in Rivas an und stürzten uns ins Marktgetummel. Deckten uns mit einer Riesenpapaya, Bananen und Mandarinen ein und machten es uns im Schatten eines Marktstandes gemütlich.

Nach guter Kost machten wir uns auf den Weg nach San Jorge, warteten noch ein Zeitl am Hafen, beobachten die Massen von Leuten am Strand des Sees (Sonntag ist auch der Tag des Strandes +g+) und fuhren dann mit der Fähre nach Moyogalpa, wo wir den letzten Tag (inkl. Nacht) unseres Descansos verbrachten. Suchten uns gleich eine sehr gemütliche Bleibe, ein Hostel geführt von Aussteigern aus Kanada, sehr bunt und hippimäßig eingerichtet mit Palmen, Tamarindobaum (!) und Reh (oder zumindest so ähnlich) als Haustier im Garten.
Genossen den restlichen Tag in der kleinen sehr idyllischen schönen Hafenstadt und setzten uns gegen Abend an den See, um den dritten wunderschönen Sonnenuntergang in Folge zu beobachten. Ein Storch und eine Mutter, die mit ihren Kindern im Seewasser ihre Wäsche wusch, leisteten uns Gesellschaft. So ging der Abend gemütlich zu Ende, wir chillten noch ein bisschen in den Hängematten im Garten des Hostels und legten uns dann auf die fast nicht vorhandenen Matratzen, um zu ruhen +g+. War nicht so tragisch, ich schlaf auch auf hartem Untergrund sehr gut.
Montagfrüh gönnten wir uns noch einen kurzen Stadtbummel und fuhren dann mit dem Bus nach San Lazaro -- zurück nach Hause.

War wieder mal ein wahnsinnig aufregendens Wochenende- viel erlebt- viel gesehen und viele Fotos gemacht +g+

viele bussis verena