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Guter Start ins Wochenende - Playa Santo Domingo und die Besteigung des Vulkans Maderas |
Vier Tage frei (Freitag früh bis Montag Abend) natürlich schönes, sonniges, warmes Wetter in Aussicht, Energie in den Gliedern, viele Ideen im Kopf, Rucksack gepackt und schon konnte die erste richtige Erkundungstour der Isla Ometepe beginnen.
Freitag Vormittag nach dem Frühstück machten Nadine und ich uns auf den Weg. Da wir schon nach einiger Zeit feststellen mussten, dass uns die Busse dieses Morgens nicht gut gesinnt waren und sich einfach kein fahrbarer Untersatz blicken ließ, beschlossen wir das erste Stück der Hauptstraße in Richtung Vulkan Madera zu Fuß zurückzulegen. Außerdem wollte Nadine ja unbedingt den Tamarindo-Baum finden, den ihr die Kinder bei unserem letzten Ausflug ins Naturreservat, Strand Chaco Verde gezeigt haben.
Tamarindo ist eine ca 15-20 cm lange fingerdicke Frucht, besteht aus einer wie bohnenartigen braunen leicht brechbaren Hülse. Im Inneren befindet sich ein bräunlich bis schwarzrotes Fruchtfleisch mit ca 1 cm großen Kernen. Das Fruchtfleisch ist recht klebrig und weich und hat einen ganz besonderen Geschmack, leicht bitter aber auch süßlich-sauer. Sehr zum Empfehlen. Jedensfalls würde an der Hauptstraße an der wir entlangspaziert sind ein solcher Baum stehen, nur leider haben wir ihn nicht gefunden. So musste die Tamarindo Frucht auf sich warten lassen. Nach ein paar Kilometern Fußmarsch erreichten wir den nächsten kleinen Ort, namens San Jose. Da uns der Hunger nach Obst zu plagen begann deckten wir uns mit Melone, Bananen und Tomaten ein und machten eine kurze Pause, um zu Jausnen. Da leider noch immer kein Bus in Sicht war. (das Bussystem funktioniert eigentlich sehr gut hier, man kann ein und aussteigen wann man möchte, muss dem Busfahrer nur zuwinken und der Preis ist wirklich sehr niedrig, man muss nur bedenken, dass es keinen Busplan gibt und keiner weiß, wann die Busse kommen oder eben auch nicht)
Als wir gerade mit dem Autostoppen beginnen wollten, tauchte in der Ferne ein großes gelbes Gefährt auf und entpuppte sich als der Bus, den wir schon sehnsüchtigst erwartet haben. Wir fuhren bis ins nächste Dorf und ab dort gings dann wieder zu Fuß weiter. Wir konnten auf dem ca. einstündigen Fußmarsch durchs Hinterland viele Eindrücke des einfachen Landlebens der außerordnlich freundlichen Inselbewohner bekommen. Wurden von allen Leuten, egal ob Alt oder Jung, herzlich gegrüßt und angelächelt. Als wir nach einiger Zeit einen Fluss, Bach erreichten, der berühmt für sein außerordentlich klares Wasser ist, machten wir eine nette Bekanntschaft mit Kindern, die sich gerade beim Herumtoben und Planschen im Wasser vergnügten, während ihre Mütter die Kleider direkt im Fluss wuschen.
Weiter gings auf der Landstraße, es wurde von Minute zu Minute deutlich wärmer oder heißer, um es besser zu beschreiben, und wir konnten nicht einschätzen, wie lang wir noch bis zu unserem Ziel (Playa Santa Domingo bzw. dem Vulkan Maderas) brauchen würden.
So wie es das Schicksal gut mit uns meinte, dauerte es nicht lange bis ein Truck mit einem sehr freundlichen Fahrer neben uns anhielt und uns fragte, ob wir nicht eine Mitfahrgelegenheit bräuchten. Natürlich nahmen wir das Angebot gerne an. So ging die Reise auf der Ladefläche des Trucks weiter. War zwar deutlich weniger schweißtreibend als der Fußmarsch, jedoch wurden wir mit unseren Rucksäcken ganz schön durchgeschüttelt +gg+
Man bedenke die Straßenverhältnisse -- Asphalt gibts nicht, wenn nur für ein paar Meter und dann sehr zerklüftet, ansonsten viele kleine bis sehr große Steine, Geröll, Sand und des öfteren Hunde, Hühner, Schweine oder Kühe die einem den Weg queren.
Der Truck brachte uns bis zur Finca Magdalena, unserer Unterkunft für dieses Wochenende. Die Finca liegt am Fuße des Vulkanes Maderas, ist sowas wie eine Farm oder ein Landgut mit 360 ha Grund. Sie bauen Kaffee, Platanós (Kochbananen), Reis, Bohnen, Mais etc. an, produzieren Honig und Milch und bieten zudem Gästen Übernachtungsmöglichkeit, Verpflegung, Vulkantouren und ein romantisches, einfach-ländliches Ambiente direkt am Fußes des Vulkanes. Geschlafen wird in Zwei bis- Mehrbettzimmern, gegessen im hauseigenen Restaurant und gechillt in den Hängematten auf der Terasse, von wo man eine wunderschöne Aussicht über den See und den zweiten Vulkan der Insel -- Vulkan Concepción -- hat. (Übernachtungspreis drei Dollar)
So richteten wir uns in unserem Wochenenddomizil ein, reservierten noch gleich einen Platz für Simon (Schweiz), Oskar und Andi (Graz) und Sarah (Neuseeland). Die Jungs hab ich schon in San Juan del Sur kennengelernt und ausgemacht, dass wir uns für ihr letztes Wochenende in Nicaragua auf der Insel treffen. Sie kamen auch gleich mal nach uns an, wir schnappten uns die Badesachen und fuhren zum nahegelegen Strand -- Playa Santa Domingo -- Verbrachten einen schönen gemütlichen Nachmittag, chillten in der Sonne, genossen das kühle Nass und quatschten über Gott und die Welt. Simon stoß durch guten Zufall auch bald zu uns und so waren wir komplett.
Am Abend wurde noch zusammengesessen, gegessen und nicht allzu spät ins Bett gegangen.
Samstag -- Vulkanbesteigung des Vulkans Maderas (1394 m), hatten so von der Finca aus 1200 auf ca 5 km zurückzulegen.
Um halb 8 starteten wir nach reichlichem Frühstück mit einer Gruppe von sieben Leuten inklusive guia (Bergführer), namens Abel unsere Tour. Aufwärts in knapp 4 Stunden über Stock und Stein durch den Urwald- so könnte man es am besten beschreiben.
(an dieser Stelle möchte ich eine kurze Beschreibung Abels hinzufügen, ca. 25 Jahre alt, arbeitet seit über 2 Jahren auf der Finka und geht 5 bis 6 Mal pro Woche mit Touristen auf den Vulkan, wir brauchten für eine Strecke knapp 4 Stunden, er rennt die den gesamten Weg- also rauf und runter in insgesamt 4 Stunden; und da will jemand behaupten, dass an dem guten Bursch kein Leistungssportler verloren geht +gg+ allein wie man diese Strecke rennen kann, ist mir ein Rätsel)
Der Vulkan ist inaktiv und bis zur Spitze bzw. bis zum Krater hin vollkommen bewaldet. So bot sich während der Tour eine traumhafte, vielfältige Landschaft aus riesigen Bäumen, Lianen, Kaffee- und Kakaopflanzen, verschiedensten anderen Naturschönheiten uuuuund brüllenden Affen, außerdem Kolibris, einzigartigen Vögeln, verschiedensten Fröschen, etc.
Der Weg zog sich als schmaler Pfad den Vulkan hinauf und je weiter man nach oben kam umso matschiger wurde es. Der Wald ist sehr dicht, es entsteht eine hohe Feuchtigkeit und somit war auch der Boden davon betroffen. Man musste richtig gut aufpassen, da es leicht passieren konnte einfach im Schlamm stecken zu bleiben, auszurutschen oder zu stolpern. Wow- es war ein langer Aufstieg, doch wir hatten jede Menge Spaß, lachten, waren regelrecht fasziniert von der Natur, konnten es kaum fassen, dass Oskar das Talent entwickelte gleich laut und grölend wie die Affen zu brüllen und waren dann schlussendlich glücklich und zufrieden die Spitze bzw. die Lagune- im Krater (Kratersee) mit Schlammgetränkten Schuhen zu erreichen.
Somit gönnten wir uns ein Bad in der Lagune. Dies stellte sich nach erstem Schritt ins Wasser als etwas schwierig heraus, da auch der See sehr viel Schlamm enthielt und man direkt einsank. So wurde ich den Dreck den ich beim Aufstieg am ganzen Körper gesammelt hatte erst recht nicht los. +haha+ Nach einer Weile Sonnenliegen und Jausnen macht wir uns auf den Abstieg anzugehen bzw. anzurutschen. Ihr könnt euch wahrscheinlich vorstellen dass Schlamm und Matsch in Kombination mit vielen Steinen und Wurzeln und einer ziemlichen Steigung leicht dazu führen kann zu stolpern und vor allem auszurutschen. +hihihihi+ Wir legten alle samt einige bühnenreife Rutschpartien und Slides hin, natürlich zur gegenseitigen Unterhaltung +ggg+ Machte einfach nur Spaß und nach ca 3 Stunden erreichten wir erschöpft aber guter Dinge unsere Finca. Es war eine einmalige sehr unterhaltsame Tour und ich glaube wir hatten alle den größten Spaß dabei. -- So gings auf zum Schuhe putzen und Beine schruppen um den Dreck loszukriegen +hehe+
Am Sonntag unternahmen wir eine Extremradltour zum Naturswimmingpool -- Ojo de Agua -- extrem aus mehrern Gründen. Unsere Fahrräder könnte man eher aus Dratesel bezeichnen. Rein vom optischen her wirkten sie als recht alltagstaugliche Mountainbikes, zwar ohne Federgabel aber nagut, nur leider funktionierte weder Gangschaltung noch Bremse wirklich gut bzw. machte sich beides aus unerklärichen Grund teilweise selbstständig. Zudem glich die Straße, nein als Straße kann man es fast nicht bezeichnen, hab diese Begebenheiten eh schon vorher beschrieben, eher einer Downhillstrecke. Über einige Kilometer gings mit Gerumpel auf und ab bis wir Ojo de Agua erreichten.
Ojo de Agua besteht aus mehreren natürlichen Schwimmbecken, die an einer günstigen Breitstelle des klaren Flusses, den ich bereits am Anfang meines Eintrags beschrieben habe, entstanden. So ließen wir es uns gut gehen, entspannten unsre Beine, die durch die Vorbelastung der Vulkanbesteigung und der nachfolgenden Radltour schon eher erschöpft waren. Wir relaxten den gesamten Nachmittag und genossen die Zeit gemeinsam. Den Rückweg legten wir dann recht schnell zurück, es ging diesmal mehr abwärts, wie aufwärts. Zweimal hätte ich fast ein Huhn überfahren, da sich diese Tiere mir gerade extra in den Weg stellen mussten. Aber keine Angst ist nichts passiert. Ich drückte so fest ich konnte auf meine kaum funktionierende Bremse und legte ein gutes Ausweichmanöver hin ;)
Am Abend waren wir dann alle sehr geschafft, bestellten ausreichlich zu essen und ließen das Wochenende gemütlich ausklingen. Legten uns ins Freie unter den Sternenhimmel, hörten Musik und lauschten zusätzlich den immer noch brüllenden Affen, Vögeln, Grillen, etc.
War wieder ein sehr aufregender Tag, den ich wohl so schnell nicht vergessen werde.
Montags fuhren wir am Vormittag zurück nach NPH, verabschiedeten uns mit Wehmut von Andi und Oskar (Simon reiste schon einen Tag zuvor ab) und kehrten nach Hause zurück.
War ein super ereignissreiches, wunderschönes und aufregendes Wochenende, das ich mit ganz lieben Menschen verbringen konnte. (zwinka @ Oskar, Andi und Simon, natürlich und vor allem auch an dich Nadine +hehe+)
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Guter Ausklang des Wochenendes - Radltour zum Natur-Swimmingpool Ojo de Agua |
Viele Bussis an alle
eure Verena