Montag, 25. Januar 2010

Vulkanbesteigung, brüllende Affen und "Radltour extrem"

Guter Start ins Wochenende - Playa Santo Domingo und die Besteigung des Vulkans Maderas


Vier Tage frei (Freitag früh bis Montag Abend) natürlich schönes, sonniges, warmes Wetter in Aussicht, Energie in den Gliedern, viele Ideen im Kopf, Rucksack gepackt und schon konnte die erste richtige Erkundungstour der Isla Ometepe beginnen.
Freitag Vormittag nach dem Frühstück machten Nadine und ich uns auf den Weg. Da wir schon nach einiger Zeit feststellen mussten, dass uns die Busse dieses Morgens nicht gut gesinnt waren und sich einfach kein fahrbarer Untersatz blicken ließ, beschlossen wir das erste Stück der Hauptstraße in Richtung Vulkan Madera zu Fuß zurückzulegen. Außerdem wollte Nadine ja unbedingt den Tamarindo-Baum finden, den ihr die Kinder bei unserem letzten Ausflug ins Naturreservat, Strand Chaco Verde gezeigt haben.

Tamarindo ist eine ca 15-20 cm lange fingerdicke Frucht, besteht aus einer wie bohnenartigen braunen leicht brechbaren Hülse. Im Inneren befindet sich ein bräunlich bis schwarzrotes Fruchtfleisch mit ca 1 cm großen Kernen. Das Fruchtfleisch ist recht klebrig und weich und hat einen ganz besonderen Geschmack, leicht bitter aber auch süßlich-sauer. Sehr zum Empfehlen. Jedensfalls würde an der Hauptstraße an der wir entlangspaziert sind ein solcher Baum stehen, nur leider haben wir ihn nicht gefunden. So musste die Tamarindo Frucht auf sich warten lassen. Nach ein paar Kilometern Fußmarsch erreichten wir den nächsten kleinen Ort, namens San Jose. Da uns der Hunger nach Obst zu plagen begann deckten wir uns mit Melone, Bananen und Tomaten ein und machten eine kurze Pause, um zu Jausnen. Da leider noch immer kein Bus in Sicht war. (das Bussystem funktioniert eigentlich sehr gut hier, man kann ein und aussteigen wann man möchte, muss dem Busfahrer nur zuwinken und der Preis ist wirklich sehr niedrig, man muss nur bedenken, dass es keinen Busplan gibt und keiner weiß, wann die Busse kommen oder eben auch nicht)

Als wir gerade mit dem Autostoppen beginnen wollten, tauchte in der Ferne ein großes gelbes Gefährt auf und entpuppte sich als der Bus, den wir schon sehnsüchtigst erwartet haben. Wir fuhren bis ins nächste Dorf und ab dort gings dann wieder zu Fuß weiter. Wir konnten auf dem ca. einstündigen Fußmarsch durchs Hinterland viele Eindrücke des einfachen Landlebens der außerordnlich freundlichen Inselbewohner bekommen. Wurden von allen Leuten, egal ob Alt oder Jung, herzlich gegrüßt und angelächelt. Als wir nach einiger Zeit einen Fluss, Bach erreichten, der berühmt für sein außerordentlich klares Wasser ist, machten wir eine nette Bekanntschaft mit Kindern, die sich gerade beim Herumtoben und Planschen im Wasser vergnügten, während ihre Mütter die Kleider direkt im Fluss wuschen.

Weiter gings auf der Landstraße, es wurde von Minute zu Minute deutlich wärmer oder heißer, um es besser zu beschreiben, und wir konnten nicht einschätzen, wie lang wir noch bis zu unserem Ziel (Playa Santa Domingo bzw. dem Vulkan Maderas) brauchen würden.
So wie es das Schicksal gut mit uns meinte, dauerte es nicht lange bis ein Truck mit einem sehr freundlichen Fahrer neben uns anhielt und uns fragte, ob wir nicht eine Mitfahrgelegenheit bräuchten. Natürlich nahmen wir das Angebot gerne an. So ging die Reise auf der Ladefläche des Trucks weiter. War zwar deutlich weniger schweißtreibend als der Fußmarsch, jedoch wurden wir mit unseren Rucksäcken ganz schön durchgeschüttelt +gg+
Man bedenke die Straßenverhältnisse -- Asphalt gibts nicht, wenn nur für ein paar Meter und dann sehr zerklüftet, ansonsten viele kleine bis sehr große Steine, Geröll, Sand und des öfteren Hunde, Hühner, Schweine oder Kühe die einem den Weg queren.

Der Truck brachte uns bis zur Finca Magdalena, unserer Unterkunft für dieses Wochenende. Die Finca liegt am Fuße des Vulkanes Maderas, ist sowas wie eine Farm oder ein Landgut mit 360 ha Grund. Sie bauen Kaffee, Platanós (Kochbananen), Reis, Bohnen, Mais etc. an, produzieren Honig und Milch und bieten zudem Gästen Übernachtungsmöglichkeit, Verpflegung, Vulkantouren und ein romantisches, einfach-ländliches Ambiente direkt am Fußes des Vulkanes. Geschlafen wird in Zwei bis- Mehrbettzimmern, gegessen im hauseigenen Restaurant und gechillt in den Hängematten auf der Terasse, von wo man eine wunderschöne Aussicht über den See und den zweiten Vulkan der Insel -- Vulkan Concepción -- hat. (Übernachtungspreis drei Dollar)

So richteten wir uns in unserem Wochenenddomizil ein, reservierten noch gleich einen Platz für Simon (Schweiz), Oskar und Andi (Graz) und Sarah (Neuseeland). Die Jungs hab ich schon in San Juan del Sur kennengelernt und ausgemacht, dass wir uns für ihr letztes Wochenende in Nicaragua auf der Insel treffen. Sie kamen auch gleich mal nach uns an, wir schnappten uns die Badesachen und fuhren zum nahegelegen Strand -- Playa Santa Domingo -- Verbrachten einen schönen gemütlichen Nachmittag, chillten in der Sonne, genossen das kühle Nass und quatschten über Gott und die Welt. Simon stoß durch guten Zufall auch bald zu uns und so waren wir komplett.
Am Abend wurde noch zusammengesessen, gegessen und nicht allzu spät ins Bett gegangen.

Samstag -- Vulkanbesteigung des Vulkans Maderas (1394 m), hatten so von der Finca aus 1200 auf ca 5 km zurückzulegen.
Um halb 8 starteten wir nach reichlichem Frühstück mit einer Gruppe von sieben Leuten inklusive guia (Bergführer), namens Abel unsere Tour. Aufwärts in knapp 4 Stunden über Stock und Stein durch den Urwald- so könnte man es am besten beschreiben.

(an dieser Stelle möchte ich eine kurze Beschreibung Abels hinzufügen, ca. 25 Jahre alt, arbeitet seit über 2 Jahren auf der Finka und geht 5 bis 6 Mal pro Woche mit Touristen auf den Vulkan, wir brauchten für eine Strecke knapp 4 Stunden, er rennt die den gesamten Weg- also rauf und runter in insgesamt 4 Stunden; und da will jemand behaupten, dass an dem guten Bursch kein Leistungssportler verloren geht +gg+ allein wie man diese Strecke rennen kann, ist mir ein Rätsel)

Der Vulkan ist inaktiv und bis zur Spitze bzw. bis zum Krater hin vollkommen bewaldet. So bot sich während der Tour eine traumhafte, vielfältige Landschaft aus riesigen Bäumen, Lianen, Kaffee- und Kakaopflanzen, verschiedensten anderen Naturschönheiten uuuuund brüllenden Affen, außerdem Kolibris, einzigartigen Vögeln, verschiedensten Fröschen, etc.
Der Weg zog sich als schmaler Pfad den Vulkan hinauf und je weiter man nach oben kam umso matschiger wurde es. Der Wald ist sehr dicht, es entsteht eine hohe Feuchtigkeit und somit war auch der Boden davon betroffen. Man musste richtig gut aufpassen, da es leicht passieren konnte einfach im Schlamm stecken zu bleiben, auszurutschen oder zu stolpern. Wow- es war ein langer Aufstieg, doch wir hatten jede Menge Spaß, lachten, waren regelrecht fasziniert von der Natur, konnten es kaum fassen, dass Oskar das Talent entwickelte gleich laut und grölend wie die Affen zu brüllen und waren dann schlussendlich glücklich und zufrieden die Spitze bzw. die Lagune- im Krater (Kratersee) mit Schlammgetränkten Schuhen zu erreichen.

Somit gönnten wir uns ein Bad in der Lagune. Dies stellte sich nach erstem Schritt ins Wasser als etwas schwierig heraus, da auch der See sehr viel Schlamm enthielt und man direkt einsank. So wurde ich den Dreck den ich beim Aufstieg am ganzen Körper gesammelt hatte erst recht nicht los. +haha+ Nach einer Weile Sonnenliegen und Jausnen macht wir uns auf den Abstieg anzugehen bzw. anzurutschen. Ihr könnt euch wahrscheinlich vorstellen dass Schlamm und Matsch in Kombination mit vielen Steinen und Wurzeln und einer ziemlichen Steigung leicht dazu führen kann zu stolpern und vor allem auszurutschen. +hihihihi+ Wir legten alle samt einige bühnenreife Rutschpartien und Slides hin, natürlich zur gegenseitigen Unterhaltung +ggg+ Machte einfach nur Spaß und nach ca 3 Stunden erreichten wir erschöpft aber guter Dinge unsere Finca. Es war eine einmalige sehr unterhaltsame Tour und ich glaube wir hatten alle den größten Spaß dabei. -- So gings auf zum Schuhe putzen und Beine schruppen um den Dreck loszukriegen +hehe+

Am Sonntag unternahmen wir eine Extremradltour zum Naturswimmingpool -- Ojo de Agua -- extrem aus mehrern Gründen. Unsere Fahrräder könnte man eher aus Dratesel bezeichnen. Rein vom optischen her wirkten sie als recht alltagstaugliche Mountainbikes, zwar ohne Federgabel aber nagut, nur leider funktionierte weder Gangschaltung noch Bremse wirklich gut bzw. machte sich beides aus unerklärichen Grund teilweise selbstständig. Zudem glich die Straße, nein als Straße kann man es fast nicht bezeichnen, hab diese Begebenheiten eh schon vorher beschrieben, eher einer Downhillstrecke. Über einige Kilometer gings mit Gerumpel auf und ab bis wir Ojo de Agua erreichten.

Ojo de Agua besteht aus mehreren natürlichen Schwimmbecken, die an einer günstigen Breitstelle des klaren Flusses, den ich bereits am Anfang meines Eintrags beschrieben habe, entstanden. So ließen wir es uns gut gehen, entspannten unsre Beine, die durch die Vorbelastung der Vulkanbesteigung und der nachfolgenden Radltour schon eher erschöpft waren. Wir relaxten den gesamten Nachmittag und genossen die Zeit gemeinsam. Den Rückweg legten wir dann recht schnell zurück, es ging diesmal mehr abwärts, wie aufwärts. Zweimal hätte ich fast ein Huhn überfahren, da sich diese Tiere mir gerade extra in den Weg stellen mussten. Aber keine Angst ist nichts passiert. Ich drückte so fest ich konnte auf meine kaum funktionierende Bremse und legte ein gutes Ausweichmanöver hin ;)
Am Abend waren wir dann alle sehr geschafft, bestellten ausreichlich zu essen und ließen das Wochenende gemütlich ausklingen. Legten uns ins Freie unter den Sternenhimmel, hörten Musik und lauschten zusätzlich den immer noch brüllenden Affen, Vögeln, Grillen, etc.
War wieder ein sehr aufregender Tag, den ich wohl so schnell nicht vergessen werde.

Montags fuhren wir am Vormittag zurück nach NPH, verabschiedeten uns mit Wehmut von Andi und Oskar (Simon reiste schon einen Tag zuvor ab) und kehrten nach Hause zurück.

War ein super ereignissreiches, wunderschönes und aufregendes Wochenende, das ich mit ganz lieben Menschen verbringen konnte. (zwinka @ Oskar, Andi und Simon, natürlich und vor allem auch an dich Nadine +hehe+)


Guter Ausklang des Wochenendes - Radltour zum Natur-Swimmingpool Ojo de Agua


Viele Bussis an alle

eure Verena

Donnerstag, 21. Januar 2010

Eine Woche als Tía und mein Geburtstag

Bereits am Sonntag wurden wir neuen Volunteers von Tini unserer guten Seele und zugleich Koordinatorin zu unseren Sektionen zugeteilt um die kommenenden Tage als Tío bzw. Tía zu verbringen. Zur kurzen Erklärung: die Kinder hier leben wie in größeren Wohnungseinheiten jeweils zu 6 bis 12 Kindern zusammen und werden von zwei "Onkeln oder auch Tanten" betreut. Zusätzlich zu unserer Arbeit im Kinderheim (egal ob Lehrer oder Therapeut) ist jeder Voluntär zu einer solcher Sektion zugeteilt um einfach noch mehr Zeit mit einer kleinern Gruppe von Kindern zu verbringen. Dadurch da jetzt ja noch Ferien sind und wir mit unserer richtigen Arbeit noch nicht gestartet haben, eigenete sich diese Woche perfekt um ein paar Einführungstage als Tío/Tía zu machen um einen Einblick in die Arbeit der hier Angestellten zu bekommen und vor allem viel Zeit mit den Kindern zu verbringen und sie möglichst gut kennenzulernen.
Ich bin in der Sektion namens Corazón de Oro. Dort leben nur vier Kinder, da diese Kinder als die "Especiales" gelten. Sind alle vier entwicklungsverzögert und verhaltensauffällig, also nicht so einfach und deshalb nur zu viert. Sind vier Jungs im Alter von 9 bis 12 (Roberto, Carlitos, Bryan, Bryan). Wie gesagt sie haben sehr viel Energie, brauchen viel Aufmerksamkeit und scheinen oft nie zur Ruhe zu kommen, sind ständig auf Trab und finden oft Dinge um die sie sich streiten müssen +g+ Hab sie trotzdem oder gerade deshalb schon sehr in mein Herz geschlossen, sehr viel Zeit mit ihnen verbracht und auch ihre vielen guten und lieben Seiten kennengelernt. Für mich ists perfekt, dass ich in dieser Sektion gelandet bin, da ich mit den vieren auch in der Therapie arbeiten werde und so schon im Vorhinein die Möglichkeit hab viel über sie zu erfahren. Mein Tag begann in der vergangen Woche immer um 7 Uhr in der Sektion, gingen zuerst zur großen Küche um die Medikamente der Kinder zu holen, anschließend wurde geputzt, aufgeräumt, und bis 9 Uhr die Zeit mit Spielen verbracht, 9 Uhr Frühstück, anschließend wieder Spielen, Zeichnen, Basteln usw bis zum Mittagessen um 1 Nachmittags nochmals Putzen und wieder Aktivitäten bis 6 vorher nochmal Ordnung machen Abendessen und den Abend ausklingen lassen mit Geschichten vorlesen, Video schauen, usw. Zum Schluss noch ein GuteNachtLied- kann noch keins auf Spanisch deshalb musste das klassische "Schlafkindleinschlaf" herhalten, aber meine Kinder habens gemocht. +hehe+ Am Dienstag verbrachten wir den gesamten Tag am Strand namens Chaquo Verde, liegt in einem Naturreservat ca. eine Stunde Fußmarsch von unserem Zentrum entfernt. Brachen gleich nach dem Frühstück auf, zu Mittag kam das Essen per Transporter und am Abend gings zu Fuß wieder nach Hause...viel Sonne, Wasser, Slacklinen (wers schafft eine Länge zu gehen bekommt eine Schoko, diese Motivation fruchtete sehr und die Kinder entwickelnten sagenhafte Techniken die Slackline zu überqueren +hehe+)und Spiele den ganzen Tag. War super, doch am Abend bin ich dann regelrecht ins Bett gefallen.

Nun noch zu meinen Geburtstag und der Nica-Eier-Tradition. In Nicaragua gibts die Tradition, dass man zu seinem Geburtstag mit Eiern auf dem Kopf beschenkt wird. Diese müssen so richtig schön auf dem Kopf zerbrochen und am besten noch mit dem Haar eingerieben werden. Eigentlich gebühren einem so viele Eier, wie man Jahre alt wird und sie sollen Glück bringen. Bin bereits am Vorabend meines Geburtstags mit zwei Einer meiner lieber Mitbewohnern beschenkt worden, da ich ja zwecks Zeitunterschied hier auch schon am 18. Geburtstag hatte und am nächsten Tag gings dann so ähnlich weiter. Die Kinder hatten eine große Freude mit mir. Ich bekam insgesamt eh nur 5 oder 6 Eier und einen Cocktail aus Eiern, Wasser, Dreck, Haargel, Glitzergel und sonst noch guten Dingen über den Kopf geschüttet doch es war genug +gg+ Weggelaufen bin ich an diesem Tag auch zu Genüge, da ich mich ja nicht immer gleich ergeben hab, doch wenn dann fünf Kinder auf einem zustürmen, mah halb gefesselt wird, hatt man doch nicht wirklich viel Chancen zu bekommen. Bin des öfterne duschen, Haare waschen und Kleidung wecchseln gegangen, doch auch ich hatte meinen Spaß dabei, ist doch eine sehr lustige Tradition. Außderdem um es nicht zu vergessen, haben mir die Jungs in der Früh (da ich ja im Haus der Jungs meine Sektion hab, esse ich auch immer nur unter lauter Jungs) ein Geburtstaglied vorgesungen und mich ausgiebig umarmt. Umarmungen, Glückwünsche und sonstige liebe Worte habe ich den gesamten Tag erhalten und haben somit meinen Geburtstag zu einem super unvergesslichen Tag gemacht. Freu mich schon auf nächstes Jahr, mal schauen wie viel Eier es dann werden (da bin ich ja auch noch da +hehe+)

Ab morgen gehts in mein erstes langes Wochendende --- 4 Tage, es startet jetzt der normale Rhythmus mit 10 Tagen arbeiten und 4 Tagen frei. Wir sind Volunteersmäßig in zwei Gruppen geteilt und ich bin Teil der glücklichen Gruppe die mit dem descanso starten darf +hehe+
Nadine und ich werden für die kommenden vier Tage auf der Insel bleiben, einen Volkan besteigen, Kayak fahren und reiten gehen, Wasserfälle besichtigen und Sonnenuntergänge am Strand genießen. Außerdem kommen unsere Freunde aus Graz und aus der Schweiz (die ich aus San Juan kenn) udn wir werden vorraussichtlich das Wochenende gemeinsam verbringen, wird also sicher super genial und freu mich schon drauf.

Meld mich mit weiteren Berichten und höchstwahrscheinlich vielen Fotos nächste Woche nach meinem Descanso.

un besito y muchos abrazos
verena

Jinotepe und ein Wochenende in San Juan

Jetzt folgt erst mal der Bericht zum letzten Fotoalbum und zur Woche davor. Bin ein bisschen im Rückstand, da ich oft einfach nicht die Zeit finde für längere Zeit vorm PC zu sitzen und zu tippen,perdón. ;)

Letzte Woche war nicht sehr erfreulich für mich, weils mir gesundheitlich ziemlich schlecht ging. Fing mir eine Infektion im Urogenitaltrakt inkl. Nierenbeckenentzündung ein, hatte viel Fieber, Choliken im Rücken- und Bauchraum, schlimme Kopfschmerzen und war mehrere Tage außer Gefecht gesetzt. Konnte mich ja gar nicht mehr erinnern, wann ich das letzte mal so richtig krank war und vor allem Fieber hatte. Die Hitze hier machte meinen Zustand dann noch ein bisschen unerträglicher...wurde aber medizinisch gut versorgt, habe aus der hauseigenen Klinik Antibiotikum bekommen und bin zur weiteren Abklärung ins nächste "größere" Krankenhaus gefahten, bin mit noch mehr Medizin eingedeckt worden und konnte mich so nicht beklagen. Gegen Ende der Woche wurde es zum Glück besser und ich konnte mit den Kindern am Donnerstag nach Jinotepe fahren. Jinotepe liegt am Festland, etwas weiter nördlich, wenn mans mit der Insel vergleicht und dort ensteht gerade das neue Areal von NPH Nicaragua. Da ja das Leben auf der Insel nicht das sicherste ist (aufgrund des immer noch aktiven Vulkans) soll das ganze Heim dort hin übersiedelt werden. Geplant ist es bis so in zwei Jahren, und mittlerweile stehen schon Häuser für etwa 40 Kinder, Schule und Krankenhaus. Ein Teil der Kinder lebt eben auch schon dort (zum Großteil die Älteren die die escuela secundaria besuchen) und deshalb war es eine große Freude für alle dass wir sie besuchen konnten. Nach langer Anreise +gg+ (auf einem Anhäger gezogen von einem Traktor zum Hafen, eine Stunde mit dem Schiff, im amerkiansichen Schulbus weitere eineinhalb Stunden) waren wir alle froh gegen Mittag angekommen zu sein und gleich gings ab in die Messe +gg+
Ist hier sehr üblich und ich muss sagen in dem Rahmen in dem es hier stattfindet gefällts mir auch gut, haben dann auch für die Opfer in Haiti gebetet unter denen auch ein Bruder einer Voluntärin und eine Voluntärin aus der USA des Kinderheims von NPH in Haiti sind. Ziemlich schlimm die ganze Sache, ich krieg zwar hier nicht so viel aus den Medien mit da die Katastrophe hier nicht überwiegend publik gemacht wird, doch habe natürlich viel im Internet nachgelesen, ist ja nicht gerade weit weg von mir....

Der restliche Tag verlief für mich mit Schlafen, da ich wieder ziemliche Kopfschmerzen bekam und es mir wieder schlechter ging jedoch die Kinder hatten sehr viel Spaß beim gemeinsamen Spielen, Grillen usw. Am Abend gings mir besser und ich konnte doch noch ein paar Stunden mit den Kindern verbringen und eine neue Gesichter von Jinotepe kennenlernen. Pinata gabs dann auch noch und die Kinder waren ganz aus dem Häuschen, Pinatas sind große Figuren aus Karton (Bären, Dinos, Hello Kitty, ganz egal gibts in allen Variationen) die vollgefüllt mit Süßigkeiten sind. Traditionell gibts das in Nica an Kindergeburtstagen oder sonstigen Festlichkeiten. Auf alle Fälle werden diese Figuren auf einem Strick aufgehängt und das Ziel ist es jetzt mit einem Stock diese Dinger zu erschlagen um die Süßigkeiten zu "befreien". Kann man sich vorstellen, dass die Kinder da ganz heiß drauf sind. Ich hab natürlich probieren dürfen und dann gleich beim zweiten Mal den ganzen Dino heruntergeschlagen. Wie auf Knopfdruck sind ca 50 kinder auf diese Figur draufgesprungen und haben sich um die Süßigkeiten gerungen. Sehr lustiges Bild +hehe+
Nach einer Nacht im Matratzenlagen mit den anderen Volunteers gings dann für Freitag und Samstag nach San Juan del Sur "erstes Volunteerwochenende"
Hatte irgendwie das Gefühl nach Hause zu kommen +hehe+ Hab gleich meine Gastfamilie besucht, die sich sehr gefreut haben, ihnen viel von meiner bisherigen Zeit auf der Insel erzählt usw.
Haben zwei super schöne Tage verbracht, konnte Nadine und den anderen meinen Lieblingsstrand, meine Lieblingsbar zeigen, sind so richtig gut essen gegangen und haben gscheit Party gemacht. Außerdem habich meine Freunde aus Graz, USA usw von voher wieder getroffen, wieder neue Leute kiennengelernt und die Zeit so richtig genossen. Zum Surfen bin ich leider nicht gekommen, da ich es für besser hielt mich etwas auszuruhen um nicht wieder einen Krankheitsschub zu bekommen. Waren super die zwei Tage in San Juan und freu mich schon ziemlich drauf wenn ich das nächste Mal wieder hinkomme, wird das kommende Jahr sicher noch sehr oft der Fall sein :D

Sonntag, 17. Januar 2010

fotooos

Ausflug nach Jinotepe und ein Wochenende in San Juan (gemeinsam mit allen Voluntären)


Berichterstattung folgt bald....erstmals Fotos

...Jinotepe und ein Wochenende in San Juan


Hasta luego :)

Freitag, 8. Januar 2010

Ein Tanzabend voller Emotionen

Talenteshow - war das Motto des gestrigen Abends und ja Talent haben die Kinder hier alle- vor allem fürs Tanzen +hehe+
Damit wir Volunteers nicht ganz unwissend zu so einem Abend erscheinen, haben uns ein paar der älteren Jungs (Mario, Viktor, Samuel und Aaron) angeboten einen typischen Nica Folklore Tanz zu beizubringen um dann eine Choreographie zu präsentieren. Wir Neuankömmlinge waren sofort Feuer und Flamme und wir trainierten hart um Cumbia-Polka zu lernen. Wir erwiesen uns als sehr lernfreudig und die Jungs hatten ihren Spaß mit uns. Zur Generalprobe kleidete uns Mario ganz traditionell mit langen violett, orangen, gelben Röcken, Oberteilen mit Rüschen und Schals ein, die Jungs bekamen Hemden in der selben Farbe und Hüte.

So waren wir bestens vorbereitet für den Abend. Den Beginn der Talenteshow machten Roberto und Carlito die gekonnt ihre Michael Jackson und HipHop Moves präsentierten. Nach weiteren drei Tanzvorstellungen waren dann endlich wir an der Reihe.
Zu 10. marschierten wir ein, natürlich alle in gleichen Outfit, Zöpfen und Blumen im Haar. Die Kinder kreischten, applaudierten und kriegten sich kaum mehr ein, vor allem als wir dann zur Live Musik von Jose Antonio mit seiner Marimba und Gitarrenbegleitung zu tanzen begannen. Es war einfach ein super Gefühl vor den ganzen lachenden begeisterten Kindern zu performen +hehe+ und ich glaub wir haben das ganz gut gemacht!!!!

Den restlichen Abend wurde weiter getanzt, Fotos, Fotos und noch mehr Fotos wurden geschossen bis wir dann alle sehr müde waren und zufrieden nach Hause marschierten!!

Ich bin so fasziniert von den Kindern, ihrer Lebensfreude, Freundlichkeit und Frohsinn und vor allem dass ich es noch mal erwähne ihrer Fähigkeit sich zur Musik zu bewegen. Es heißt schon mal was wenn mir ein zehnjähriger Junge beibringt Merengue zu tanzen +hihihihi+


Ein Tanzabend voller Emotionen


Hasta luego

abrazos verena

Donnerstag, 7. Januar 2010

Ankunft auf der Insel

Ankunft auf der Insel



Mit vielen schönen Erinnerungen machte ich mich so am 4. Jänner gegen Mittag auf die Reise nach Rivas um dort Tini zu treffen und Nadine von der Bushaltestelle abzuholen. Ich freute mich so richtig sie endlich wieder zu sehen. Mit zwei weiteren Voluntären aus Chicago und samt viel Gepäck fuhren wir am Nachmittag per Schiff in unsere neue Heimat. Einem Naturjuwel namens Isla Ometepe. Wahnsinn wie schön die Landschaft hier ist, ich war schon überwältigt als ich an Board stand, der Vulkan immer näher kam und ich die vielen Palmen am Ufer der Insel erblicken konnte.

Mit dem Auto gings dann weiter in das Zentrum von NPH, ca. 5km entfernt vom Hafen. Ist wirklich ein sehr großes Areal, hab ich mir gar nicht so riesig vorgestellt. Die Häuser der Kinder, die Schule, die Büros, die Klinik, das Haus der Direktoren, der Hühnerstall, die Bananenplantage und unser Voluntärshaus eingesäumt von weiten Wiesen, vielen Bäumen usw. (die Fotos die ich bald online stellen wird werden dies gut wiederspiegeln ;))

Wir neuen Voluntäre (Nadine, ich, Megan und Ryan aus Chicago und Verena aus Deutschland) wurden am ersten Abend sehr herzlich von den Kindern mit einer Tanzvorstellung begrüßt, ausgiebig umarmt und somit gebührend willkommen geheißen.
Im Moment sind von den eigentlich über 300 Kindern nur 60 da, da die anderen auf Urlaub oder bei ihren Eltern sind. Die Kinder haben hier bis Ende Jänner Ferien und deswegen startet für mich mein Volunteerjahr auch sehr gemütlich. Das erste Monat steht somit unter dem Motto die Kinder kennenzulernen, gemeinsam zu spielen, Ausflüge zu machen und einfach viel Zeit miteinander zu verbringen!

Gestern machten wir alle gemeinsam einen Ausflug zum nahegelegenen Vulkanstrand (schwarzer Sand). Den Vormittag verbrachten wir gemeinsam mit Tini um mehr über unsere Aufgaben, das Leben mit den Kindern in dieser großen Institution zu erfahren usw. Zu Mittag wurde dann gegrillt, außerdem packten Nadine und ich unsere Slacklines aus, wir gingen schwimmen, spielten Fußball, Frisbee, … Es war ein super schöner Tag, und es ist arg wie schnell man diese Kinder ins Herz schließt. Zurück fuhren wir dann wieder in unserem eigenen gelben AmiSchulbus in dem wir wirklich alle Platz fanden. Der Abend verlief dann sehr gemütlich, aßen gemeinsam (die Essenstische sind alle im Freien) und danach schauten wir uns noch ein Video an.

Am folgenden Tag bekamen wir Volunteer-Mädels die Ehre den Tanz Cumbia-Polka zu lernen. Die älteren Burschen weihten uns in die Kunst einer der traditionellen Tänze Nicaraguas ein. Das hatte natürlich einen bestimmten Grund +hehe+ Heute Abend findet eine Talente Show statt und die Jungs wollen gemeinsam mit uns diesen Tanz präsentieren. Haben schon fleißig trainiert und ich glaub das wird heut großer Spaß.
Sodala das wärs mal fürs erste, melde mich bald wieder, soweit der Strom nicht allzu oft und lange ausfällt 

Abrazos
Verena

Dienstag, 5. Januar 2010

Weihnachten, Silvester und die letzten Tage in San Juan

Weihnachten unter Palmen bei über 30 Grad war schon irgendwie ein komisches Gefühl, trotzdem war es eine sehr schöne Feier und anschließend Fiesta in der ganzen Stadt, weil das hier so üblich ist ;) Um ca. 18:00 gabs das erste Mal Essen >>Nacatamal<<, ist ein typisches Gericht, das man hier zu Weihnachten und Silvester isst. So um 22:00 sind Johanna, Sandra und Miguel, Lucia (Großeltern) und ich in die Kirche gegangen. Der generelle Ablauf einer Messe ist sehr ähnlich wie bei uns zu Hause, mit dem kleinen Unterschied, dass hier in allem und jedem mehr Emotion steckt. Der Pfarrer spricht mit einer Leidenschaft, die einem so richtig ansteckt und wenn gesungen wird, steht jeder auf, man gibt sich die Hände tanzt und die Kirche entwickelt sich zu einem kleinen Festsaal :D Nach der Messe fand sich nochmal die ganze Familie (inkl. Cousinen und Cousins aus Managua) ein und wir übergaben kleine Geschenke, die wir am Nachmittag noch besorgt hatten, Anschließend aßen wir ein zweites Mal uns so waren wir drei Mädels gut gestärkt ums so richtig krachen zu lassen. Mit dem so richtig krachen lassen wars dann so um 2 uhr vorbei, weil wieder einmal Stromausfall war. +gg+ Alles halb so wild, wir saßen in meiner Lieblingsbar >>el Pier<<>

Nelson und Christian sind ziemlich gute Surfer und so konnte ich einiges von ihnen lernen. Ich befand mich während der letzte Woche in San Juan del Sur sehr viel im Wasser +gg+ natürlich inklusive eines Surfboards - und ja ich glaub so schlecht bin ich gar nicht mehr +hihi+. Hab jedenfalls schon Komplimente bekommen :D

Zu Silvester- zuerst feierte ich wieder gemeinsam mit meiner Familie und anschließend traf ich mich mit der ganzen Sippe inklusive vielen anderen Leuten, klapperten ein paar Lokale ab und landeten schlussendlich wieder im Pier da dort eine ganz besondere Party anstand. Nelson und Christian, die sich zu Hause auch als Djs tätig sind haben die Möglichkeit bekommen aus der Silvesternacht ihre persönliche Danceparty zu machen. So wurde es eine sehr tanzreiche, lustige, unterhaltsame Nacht und ich kam erst früh am Morgen nach Hause. . . . Ausgeschlafen wurde nur bis 11 Uhr da ich den guten Wasserstand und die großen Wellen ausnutzen musste und so die Gelegenheit ergriff um wieder zum Playa Madera zu fahren.

Die letzten Tage in San Juan und somit die ersten Tage des neuen Jahres verliefen ähnlich, Schule, Surfen, Fischen (ein zweites Mal) und Ausgehen. Außerdem konnte ich speziell in der letzten Woche fast jeden Tag ein gratis Eis abstauben. Norma eine Tante meiner Familie und gleichzeitig die Inhaberin der Eisdiele >>Eskimo<<>

Slacklinen am Strand entpuppte sich zu einer Attraktion und zu einem sehr guten Mittel neue Leute kennenzulernen. Sie waren alle durchaus begeistert von dem Balancierseil +g+ und auch die Kinder, die den ganzen Tag am Strand Schmuck und Keramik verkaufen hatten ihre Freude damit.

So ging meine Zeit in San Juan del Sur zu Ende, ich tauschte noch viele email Adressen und Facebooknamen aus und die Verabschiedung stand an. Fiel mir ehrlich gesagt nicht leicht, da ich in einigen Leuten Freunde gefunden habe und auch meine Familie ist mir sehr ans Herz gewachsen. Auch mit ihnen habe ich die Telefonnummern ausgetauscht uns sie haben gemeint, dass wenns mir mal schlecht geht, ich krank bin oder ich sie einfach nur mal besuchen gehen möchte, soll ich mich melden, sie haben immer einen Platz für mich frei.


Hasta luego

der Bericht über meine Ankunft auf der Insel folgt :)




Surfen, Surfen, Surfen


Navidad, Ano Nuevo y los ultimos dias en San Juan