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Río San Juan - San Carlos & El Castillo |
Hola an alle ;)
Jetzt habt ihr wirklich lange auf meinen Eintrag vom letzten Descanso warten müssen… mittlerweile sind schon wieder zehn arbeitsreiche Tage vergangen und ich befind mich im nächsten Descanso, eigentlich schon wieder am Ende ;)
Aber vorerst zu meiner Reise an den Río San Juan, dem Hafen-und Fischerstädtchen San Carlos und El Castillo, von dem man nur begeistert sein kann.
Los gings so wie immer Freitag früh, wir schnappten unsere sieben Sachen und machten uns auf den Weg nach Managua, von dort aus wir den Anschlussbus nach San Carlos nahmen.
Tía Maria Jose, Nadine und ich planten diese Reise in den Südosten Nicaraguas (an die Grenze von Costa Rica) nun schon einige Zeit und deshalb konnten wir es kaum noch erwarten. Eigentlich sollte eine Freundin Tía Maria Joses auch dabei sein, aber ihr ist etwas dazwischengekommen, so waren wir noch zu dritt.
Freitag Abend ging der Achtstundenbus nach San Carlos. So nutzten Nadine und ich den Tag in Managua noch um ein bisschen zu bummeln und Carmen (eine Voluntärin) bei ihr zu Hause zu besuchen. Hatten mal richtig viel Zeit zum Quatschen, die man während der Arbeitszeit oft gar nicht so findet. Von ihrer Mutter wurden wir gut bekocht, später kauften wir noch Früchte für die Reise ein und so waren wir gut gewappnet für die sicher sehr anstrengende Busfahrt.
Gegen späten Nachmittag holten wir Maria Jose bei sich zu Hause ab und machten uns gemeinsam auf dem Weg zur Busstation. Los gings mit einem amerikanischen Highschoolbus, vielen Personen, viel Gepäck auf mehr oder weniger guten Straßen +gg+
Die ersten zwei, drei Stunden waren wir noch recht schnell unterwegs, da wir das Privileg einer asphaltierten Straße hatten. Nur leider hielt dies nicht lange an und es ging über Stock und Stein weiter. Mitten auf der Strecke wurde dann noch mal aufgeladen, wir waren zwar eh schon voll, aber der Bus, der am Nachmittag von Managua gestartet war, hatte eine Panne und so konnten wir die vielen Menschen, die Stunden auf den nächsten Bus gewartet hatten, nicht einfach stehen lassen.
Mit Ach und Krach wurde der Bus bis auf den letzten Zentimeter vollgestopft, zum Nachteil für Motor und Bremsen unseres Gefährts. So hatten wir mit einigen Pannen zu kämpfen, bis wir schlussendlich heil um drei Uhr morgens unser Ziel „San Carlos“ erreichten!
Ziemlich erschöpft gönnten wir uns ein paar Stündchen Schlaf in einem Hostal, das gleich neben der Busstation quasi auf uns wartete +g+
Sehr erholen konnten wir uns leider nicht, da die Hähne, von denen es viele im Umkreis gab, gleich mal nach unsere Ankunft ihre Gesangskünste zum Besten gaben.
Nichtsdestotrotz starteten wir am nächsten Morgen mit viel Energie in einen neuen Tag. Wir erkundeten San Carlos, ließen uns an der See-Fluss-Promenade nieder und genossen den Flair des Hafenstädtchens. San Carlos liegt, wie schon erwähnt weiter südöstlich, und sowohl am See als auch am Fluss „Río San Juan“. Der Río San Juan erstreckt sich von der Karibikküste bis nach San Carlos, also ans Ufer des Nicaraguasees und bildet somit gut die Hälfte der südlichen Grenze zu Costa Rica.
Der Río San Juan ist eingesäumt von Naturreservaten und wenn man hier auf einem schmalen langen Boot durch die Fluten des Flusses schippert, lernt man ein ganz neues Gesicht Nicaraguas kennen. Urwald, Palmen, Lianen, Affen, Schildkröten, eine Vielfalt verschiedenster Vögel, ab und zu Kuhherden die am Flussufer grasen, etc. Die gesamte Landschaft ist sehr viel fruchtbarer und deshalb auch viel grüner, und wir hatten noch Trockenzeit, wie wirds erst in der Regenzeit dort aussehen ???
Nach einem wunderschönen, erholsamen Tag in San Juan gönnten wir uns am Sonntag also einen Ausflug per Schiff drei Stunden flussabwärts des Ríos San Juan bis nach El Castillo einem kleinem Dorf MIT Burg (!).
Die Bootsfahrt war einfach bezaubernd, man konnte die Landschaft so richtig gut und ausreichend genießen und was besonders interessant war die Lebensweise der „Flussbewohner“ zu beobachten. Immer wieder tauchten Häuser auf Holzpfählen auf, Kinder die ihre baumstammartigen Boote zu Wasser ließen oder sich einfach im kühlen Nass vergnügten. Nach gut zwei Stunden erreichten wir das erste richtige Dorf „Savalos“ an dem wir nur kurz anhielten um ab- und aufzuladen. (beim nächsten Mal- sicher einen Besuch wert ;) )
Weiter gings in Richtung El Castillo und wir konnten schon aus der Ferne eine kleine Burg erkennen. Diese Burg stammt aus dem 17. Jahrhundert und sollte die Piraten davon abhalten per Flussweg bis an den See zu gelangen und somit auch die reiche Stadt Granada zu erreichen, um sie auszurauben.
In El Castillo angekommen ließen wir uns von dieser kleinen, nur über den Flussweg erreichbaren Stadt aus Holzhäusern auf Pfählen verzaubern. Klein aber fein wie man so schön sagt.
Viele Palmen, Blumen, bunte Häuser, freundliche Menschen, grüüüne Wiesen auf denen die Jugend von El Castillo Baseball und Fußball spielten usw. Idyllischer kann man sich eine kleine Gemeinde voll nicht vorstellen. Ich konnte immer nur wieder sagen:“Hier siehts aus wie im Bilderbuch!“ +g+
Als wir dann noch die Burg „erklommen“ und über den Fluss in Richtung Costa Rica blickten waren wir vollkommen beeindruckt und zufrieden. Wir vergaßen die anstrengende Busfahrt und dachten uns nur, „das hat sich zu 100% ausgezahlt.“
Leider war es dann bald schon wieder so weit und wir mussten das Bilderbuchstädtchen verlassen. Besuchten zuvor noch eine Bekannte Maria Joses, stärkten uns mit einem kräftigen Schluck Wasser und zurück gings flussaufwärts nach San Carlos. Verbrachten noch einen gemütlichen Abend an der Promenade, trafen uns ein weiteres Mal mit Maria Joses Exlover +g+ und ließen so zwei beeindruckende Tage ausklingen, bevor wir wieder in den Bus stiegen und die acht Stunden „Rumpelfahrt“ auf uns nahmen.
Noch kurz zu einem lustigen Detail unseres Wochenendes in San Carlos. Teilweise kam ich mir vor wie in einer wachechten Seifenoper oder Telenovela +gg+ Maria Joses Exfreund, der sie schon zweimal betrogen hat und es deshalb eigentlich auch "endgültig" vorbei war, lebt in San Carlos. Obwohl er schon wieder eine neue Frau hat, die sogar ein Kind von ihm erwartet (so der letzte Wissensstand Maria Joses), zeigte er sich ab und an doch wieder sehr interessiert und kontaktierte Maria Jose per Telefon immer wieder einmal. Jedenfalls erfuhr er auf Umwegen (über irgendeine Cousine), dass Maria Jose dieses Wochenende nach San Carlos kommt. Und siehe da, wir waren keine drei Stunden in der Stadt und schon wurde sie angerufen und überrascht gefragt, was sie denn hier mache. So trafen wir einige Male mehr oder weniger zufällig auf den Exlover names Ronny, deren Frau mittlerweile ein paar Monate altes Kind hat (!).
Wir wurden vom ihm zum Essen und Trinken eingeladen usw. Sehr gastfreundlich der junge Herr, nur dass er uns zu einer Bar weit außerhalb des Stadtkerns lotste, um uns zu treffen +g+ Sicherlich um die Nachbarn nicht zu unbequemen Gerüchten zu verleiten ………usw. Und so gings dahin, Nadine und ich versuchten Maria Jose davon zu überzeugen hart zu bleiben und sich nicht wieder auf ihn einzulassen, etc., aber naja weiß nicht obs sehr erfolgreich war. Er wirkt auf mich jedenfalls sehr freundlich, zuvorkommend, höflich, hat viel Charme, etc.-- so wie sie eben sind die Männer von Nicaragua.
War sehr amüsant ein Liebesdrama wie dieses live mitzukriegen, vor allem als am Sonntag Abend, die Frau von Ronny auf einmal im Hostal von uns auftauchte, um mit ihren Bekannten dort zu quatschen und wir zu hören bekamen, wie sie etwas von einer Exfreundin ihres Mannes erzählte, die anscheinend für dieses Wochenende in der Stadt war usw.
Maria Jose, die ihre Rivalin nur von Telefonanrufen und nicht persönlich kannte, war außer sich vor Schreck und wir verließen still und leise das Hostal. Nix passiert und ab gings nach Managua. Fortsetzung folgt .... +hahahah+ +zwinka+
Nach anstrengenden acht Stunden, zum Glück ohne Pannen, bekamen wir in Managua zu Hause bei Maria Jose noch ein gutes Frühstück und weiter ging die Reise zurück nach Hause auf die Insel, wo uns eine nicht so angenehme Überraschung erwartete
..... Sayules od. Chayules – auch genannt Tanzmücken oder Schwarmmücken haben das ganze Wochenende vor unserem Haus und auch IN unserem Haus, besser gesagt IN Nadines und meinem Zimmer gewütet. Diese Mücken treten von Zeit zu Zeit immer wieder in Schwärmen auf, überleben zwei, drei Tage und verdrecken somit alles was ihnen in den Weg kommt, indem sie sich überall niederlassen, wo sie nur hingelangen, sterben und natürlich liegen bleiben. Ein ekelhaftes Nebendetail—sie stinken nach Fisch.
Jedenfalls sind unsere Moskitonetze an den Fenstern unseres Zimmers nicht gerade dicht und somit fanden wir ein Zimmer übersät mit Sayules vor. So war also mal Putzen angesagt. Als ich versuchte die Biester mit Besen, Föhn und Ventilator zu eliminieren, hab ich mir das erste Mal einen Staubsauger gewünscht. +hahahaha+
Nach ca drei Stunden Arbeit war unser Zimmer wieder "Sayulesfrei" und wir ließen uns erschöpft, aber mit vielen einzigartigen Eindrücken unseres Trips an den Río San Juan nieder genossen die letzten Stunden des Descansotages mit Nichtstun.