Montag, 5. April 2010

Die Evakuation und Semana Santa - 2 Wochen Jinotepe

2 Wochen Jinotepe



Hallo ihr Lieben

Nach zwei Wochen Jinotepe, hat sich der Vulkan beruhigt und somit sitz ich schon wieder auf der Terasse unseres Voluntärhauses auf der Insel. Letzten Montag (5.4.) haben wir die Zelte in Jinotepe endgültig wieder abgebrochen und sind mit Sack und Pack, Matratzen und 160 Kindern zurück nach Hause geshippert :D

So ungern ich vor zwei Wochen die Insel verlassen habe, so schwer ist mir auch der Abschied von Jinotepe gefallen. Die Tage sind wie im Flug vergangen und ich muss sagen besser hätte ein Evakuationsurlaub inkl. Semana Santa und Pasqua, also Ostern wohl nicht sein können.
Zwei Wochen Action mit unsren Kindern und den Jugendlichen vom Casa Padre Wasson (so heißt das Zentrum in Jinotepe), insgesamt über 200 Kinder und Jugendliche inkl. Tíos, Tías und Voluntäre, da kann man sich vorstellen das einiges los war.

Die erste Woche gestalteten wir mit Talleres (Workshops) am Vormittag und am Nachmittag wurde gespielt, gekickt, gebastelt, gemalt, Früchte gesammelt, usw.......

Ich war im Taller de Artesanía, d.h. wir waren sehr kreativ und haben geknüpft und viele viele Armbänder, Halsketten und dergleichen gemacht... Dadurch, dass vor allem einige der Jugendlichen vom Casa Padre Wasson regelrechte Profis sind, konnte ich selbst sehr viel über die lateinamerikanische Handwerkskunst lernen und mein neu erlangtes Wissen an die Kleinen weitergeben. Hat total viel Spaß gemacht und ich glaub im nächsten Descanso werd ich mir auch diese besonderes Garn (ist mit Wax eingelassen) besorgen.
Das Knüpfen ist eine volle feine Arbeit zum Abschalten und Relaxen, für mich jedenfalls. Wenn man denen zuschaut, dies wirklich gut können, kriegt man mal große Augen in was für einem Wahnsinnstempo sie ich weiß nicht wie viele Fäden in kleine und größere Kunstwerke verwandeln.

Nach dem Mittagessen war dann Freizeit angesagt und wir haben unterschiedlichste Dinge unternommen und organisiert, um auch den Kindern, die nicht so vernarrt ins Fußballspielen sind, ein Programm zu bieten.
Wir stellten zum Beispiel Salzteig her, um Figuren unterschiedlichster Art anzufertigen. Einige Kinder bekamen bei dieser Arbeit aufgrund des Brotgeruchs dieses Teiges Hunger, dass sie, obwohl wir von Anfang an gesagt haben, dass man das nicht essen kann, von der Salzmasse probierten und anschließend mit verzogenem Gesicht feststellten, dass es wohl doch keine Galletas (Kekse) sind +g+ Nachdem wir um 200 Figuren zusammenhatten, und es hat wirklich Jung und Alt mit voller Begeisterung mitgeholfen, gings an den kommenden Tagen zum Anmalen. Behalten durften die Kinder ihre Figuren vorerst mal nicht, da wir etwas ganz besonderes damit vorhatten. In der Nacht von Ostersamstag auf Ostersonntag versteckten auf der Wiese, unter Büschen, usw. und die große Suche konnte am Sonntagmorgen nach der Messe beginnen. Auf jede Figur schrieben wir im Vorhinein eine Nummer und so gabs nach der Suche eine Tombola mit vielen kleinen Geschenken ;)

Weitere Highlights

Einen Tag fuhren wir alle gemeinsam zusamengequetscht in zwei Busse ans Meer --- La Boquita -- wo ich letztes Descanso mit Nadine schon war.
Wow bis auf die An- und Rückreise wars ein phantastischer Tag ... Wir haben die Wellen bezwungen, viele Muscheln gesammelt, gespielt und Strand und Meer so richtig ausgekostet.
Die Busfahrt war deshalb nicht so der Hammer da wir einfach viel zu viele Leute waren +gg+
Wir wurden regelrecht übereinander geschlichtet und bei der Hinfahrt wurde noch eingekauft, da wir ja natürlich auch was zu essen brauchten...Bananen, Orangen, Mangos, Brot und Cola und Fanta für alle, das Mittagessen transportierten wir in den großen Kühlboxen aus denen wir sonst eh auch imme essen...super Tag -- die Fotos gestätigen das glaube ich ;)

Ausflug nach Nandaime
Für einen Nachmittag schnappte ich mir die Kinder meiner Sektion, die kleinsten Jungs und einige der Älteren und Tinka, Tini, Tío Mauricio und ich machten uns auf den Weg in den nächsten Ort -- Nandaime -- Die Kinder genossen es so richtig mal länger zu gehen, zu laufen und Früchte zu sammeln. Waren insgesamt über drei Stunden Fußmarsch, doch langweilig wurde uns nicht und zur Belohnung gabs in Nandaime Eis für alle (die Eismarke hier heißt auch Eskimo, hab ich glaube ich eh schon mal erzählt ;)) Am Rückweg wurden noch einmal ganz viele Jocotes gesammelt +mhhhhhm+
Wir dachten eigentlich, dass die Kinder nach diesem Ausflug genug vom Marschieren habe, naber sie bettelten uns am nächsten Tag, ob wir nicht noch mal gehen könnten und so machten wir uns ein zweites Mal auf den Weg und diesmal nicht mit 10 Kindern sondern mit über 20 ;)

Die Messen und Kreuzwege
In den Genuss viele Messen zu feiern und den Kreuzweg zu simulieren kamen wir speziell in unserer zweiten Woche in Jinotepe -- Semana Santa eben. Ob um halb 7 in der Früh oder gleich nach der Ankunft von unserem Ausflug nach la Boquita, wir waren immer mit voller Motivation dabei, mehr oder weniger halt +g+ Nein so schlimm wars nicht. Die Messen hier finden immer im Freien statt, Sitzen dann gemeinsam in der Wiese, singen und lauschen den Worten des Pfarrers. Die Kreuzwege waren eher mühsamer da wir uns bei jeder Station, egal ob in der prallen Sonne, auf Steinboden, Kies usw. hienknien mussten, um zu beten, das ganze fast zwei Stunden lang+g+

Aber wie gesagt, war in dieser Woche einfach der Anlass und deshalb hats auch gepasst :D

Besuch des nicaraguanischen Schauspielers Cesar
Cesar und sein Team unterstützt N.P.H. finanziell und kommt so auch immer wieder einmal auf Besuch. Da er erst vor Kurzem Geburtstag hatte, war dies natürlich Anlass genug gscheit zu feiern. Die Mädels gaben ihre Tanzkünste zum Besten, ein kurze Dramatisation wurde vorgeführt. Den restlichen Tag gabs Pinata, Kuchen,Eis, Süßes, Süßes, Süßes, ... kleinere Workshops und viele viele glückliche Kinderaugen ....

Nadine und mir hat es so gut gefallen sodass wir unser descanso das wir übers Wochenende von Ostern nehmen hätten können ausließen. Für einen Tag fuhren mir nach Jinotepe um Einzukaufen und etwas abzuschalten aber am Abend kehrten wir zu den Kindern zurück um mit ihnen die Ostermesse mit grooooßem Lagerfeuer zu feiern. Der Ostersonntag verlief mit Figuren suchen, Tombola, usw. so wie ich schon erzählt hab.

Zum Abschluss noch ein kurzes Resumée....
.... die zwei Wochen Jinotepe waren super aufregend, großes Ferienlager zum Austoben ;)
Außerdem hab ich es total genossen viel, viel Zeit mit den Kindern zu verbringen, sie noch besser kennenzulernen, meine Namenskenntnisse zu verbessern, usw.
Das, was mir am Casa Padre Wasson so gut gefällt, ist, dass wir so vereint waren, die Häuser lieben näher aneinander und so gibts einfach mehr zentrale Orte, wo man sich zusammensetzt, um Video zu schauen, zu essen, Gitarre zu spielen und zu singen oder einfach nur zu ratschen. Hab es sehr schön gefunden auch ein paar ältere Kinder oder Jugendliche besser kennenzulernen und ihre Geschichten zu erfahren. Diese Geschichten, die alles andere als schön sind lassen einen wieder daran erinnern, wie viele schwere Zeiten der Großteil der Kinder hier schon durchstanden hat und erleben musste.

Montags gings dann also mit einem weinenden und einem lachenden Auge zurück nach Hause auf die Insel.


Jetzt ist scho wieder eine Woche vergangen, und ich bin auch richtig froh wieder hier zu sein. Der Vulkan hat seit dem keinen Rauch oder Asche mehr von sich gegeben, also braucht ihr euch keine Sorgen machen....alles in bester Ordnung!!!!!!!!





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