
Hola a todos!!!!!
Wahnsinn wie die Zeit vergeht, mir kommt vor ich bin erst vor Kurzem in unser kleines Haeuschen in Moyogalpa eingezogen, doch mittlerweile liegt das auch schon mehr als ein halbes Jahr zurueck. Ein Grund warum man nicht richtig mitbekommt wie schnell die Zeit vergeht ist dass es hier bis auf den Wechsel von Trocken- auf Regenzeit keine sichtlichen Veraenderungen der taeglichen Umgebung, der Natur gibt. Es ist immer warm, heiss Sonne scheint und dunkel wird’s das ganze Jahr kurz nach 6 Uhr abends.
Dann schau ich auf den Kalender und denk mir grad ward ihr noch eingeschneit und habt den Winter genossen und jetzt ist der Sommer schon wieder im vollen Gange.
Wie schauts grad so aus zu Hause? Heisse schoene Sommertage oder meints der Sonnengott nicht so gut mit euch?
Hier stecken wir gerade mitten in der Regenzeit. Alles ist gruener als gruen, Blumen spriessen und wenns dann wieder mal einen Regenguss gibt, kuehlts mal fuer ein paar Stunden ab bis die Temperaturen wieder nach oben rasen und durch die hohe Luftfeuchtigkeit die Schweissporen in Extraeinsatz kommen.
Bin zwar wirklich schon sehr gwoehnt an das durchgehend heisse Klima doch hin und wieder wuensch ich mir einen eiskalten verschneiten Tag, eine Tasse Tee, ein dickes Federbett und Wollsocken..
Wenn ich meine Wochenenden bei den Kindern im Kinderdorf verbring, geniess ich es so richtig zumindest abends lange Hose, Pulli und geschlossene Schuhe anzuziehen. Die Region Jinotepe, wo sich das Kinderdorf befindet liegt etwas hoeher und deshalb sinken die Temperaturen zumindest jetzt in der Regenzeit etwas und man wundert sich direkt wie kaelteempfindlich man ploetzlich ist.
Bin ich ja schon gespannt, wie das wird, wenn ich dann wieder zu Hause bin, Jahreszeiten, Kaelte, Schnee und so weiter.
Sodala was gibt’s zu berichten aus den letzten Wochen und Monaten. Mal sehen, ist ja schon wieder etwas laenger her, als ich das letzte Mal an euch geschrieben habe.
In letzter Zeit hab ich Fotos von dem gemeinsamen Urlaubstagen mit Claudi und Margit hochgeladen sowie von unserem Kurztrip in die Staaten.
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Urlaub mit meinen Maedels ;) |
Ein paar Gedanken zum Urlaub mit meinen Maedels
War so richtig schoen nach so langer Zeit jemanden aus der Heimat begruessen zu koennen und genau die Orte, Menschen und Lebensumstaende zu zeigen die fuer einem selbst nun schon seit eineinhalb Jahren Heimat bedeuten. Margit und Claudi haben sich tapfer gegen die Moskitos geschlagen, Claudi waghalsig gegen Parasiten gekaempft, wir haben mit vereinten Kraeften die Hoehen der Vulkane erzwungen, gemuetliche Stunden am Strand genossen, die Nicatanzkultur ausgekostet, die vielen Kids kennengelernt und und und
Die zwei Wochen waren reichlich ausgeplant und konnten die Zeit gemeinsam gut nutzen um Tratsch und Klatsch der vergangen Jahre nachzuholen.
Danke noch mal an euch zwei, dass ihr diesen laaaaaaaangen Weg auf euch genommen habt, um mich hier auf der andren Seite der Welt zu besuchen und das alles kennenzulernen, das mich taeglich mit einem Laecheln den Tag beginnen laesst.
Nach den freien Tagen war ich wieder so richtig ausgeglichen und konnte mich mit neuer Energie in den Arbeitsalltag stuerzen, wenn auch nur fuer wenige Tag, denn dann stand unser
Kurztrip in die Staaten …an
… Bis wir wirklich im Flugzeug sassen und Nicaragua das erste Mal nach eineinhalb Jahren unter uns liessen, hab ich es nicht realisiert, dass ich in ein paar Flugstunden mit einer ganz und gar anderen Welt konfrontiert werde.
Mit reichlicher Verspaetung sind wir so ca. um 3 Uhr morgens in Chicago Midway gelandet, wo uns Megan und ihr Bruder Greg schon sehnsuechtig erwarteten.
Vom Flughafen gings also fruehmorgens noch eineinhalb Stunden weiter suedlich nach Rockford, Illinois, der Heimatstadt von Megan und ihrer Familie. Vollkommen aufgekratzt verspeissten wir auf der Autofahrt den ersten Apfel seit langer langer Zeit und quatschten non-stop mit Megan, die wir nach dem Ende ihrer Voluntaerszeit ja auch fast ein Jahr nicht mehr gesehen haben.
Endlich angekommen im Elternhaus von Megan fielen wir vor Muedigkeit nur noch so ins Bett und schliefen wie Prinzessinnnen bis am naechsten Morgen. Wie Prinzessinnen in einem Prinzessinnen-Bett – dicker Decke so richtig vielen Poelstern und und und (keine Moskitos, verdunkelte Fenster so dass man laenger als wie bis 6 Uhr frueh schlafen kann …)
Das erste grosse Highlight am naechsten Morgen war die heisse Dusche….. WOWOWOWOW ich wollte die Dusche fast nicht mehr verlassen, konnte mich gar nicht mehr erinnern was das fuer ein Genuess es ist sich mit heissem Wasser zu duschen +hihihihihihi+
Gut bei uns auf der Insel waere heisses Wasser zum Duschen eine reichliche Dummheit aufgrund der Hitze, aber hat doch so richtig gut getan das mal wieder erleben zu duerfen.
Auch in den kommenden Tagen wurden wir sagenhaft verwoehnt. Guuuuutes Essen, Erdbeeren, Schoko, Himbeeren, Wein, Kaese, Torten, Lachs und viele andre vorzuegliche Speissen, mega Burger und reichlich Chips, Ketchup, Mayo haben natuerlich auch nicht gefehlt. Megan betonte jedoch immer wieder also Normalzustand ist das besondere exklusive Essen dann doch nicht… aber man heiratet ja nur einmal im Leben +hehe+
Habe mich in diesem ploetzlich so fremden Ambiente gefuelt wie im Leben der Schoenen und Reichen und dann die Hochzeit .. so wie im Film. Ein Tag zuvor Maedlslunch, am Abend Dinner mit der ganzen Family und Trauzeugen und am Samstag dann der grosse Tag der Hochzeit.
Nadine und ich uebernachteten bei Freunden von Megan in einem riesengrossen Haus wo die Hausherrin daurauf bestand dass doch jeder sein eigenes Zimmer mit Doppelbett beanspruchen muesste. Um uns die Zeit bis zum Nachmittag und er Hochzeitsmesse zu vertreiben fuehrte uns Aileen durch Rockfort, erzaehlte uns den Tratsch und Klatsch des Staedtchens, ging mit uns Shoppen … bis wir uns schlussendlich fuer das grosse Fest fertig machten.
Die Messe feierten wir in der nahgelegenen protestantischen Kirche. Alles war schoen mit Blumen geschmueckt, Ein Pianist sorgte fuer musikalische Unterhaltung, und dann gings auch schon los. Zuerst wurden so um die 180 Gaeste von den Bruedern Greg und Brian zu ihren Plaetzen geleitet bis dann die Trauzeuginnen und Trauzeugen Eintritt nahmen (natuerlich alle mit abgestimmten Kleidern und Anzuegen). Als Megan auf der Bildflaeche erschien blieb allen die Luft weg. Soo wunderschoen mit ihrem weissen eleganten Kleid mit ewig langer Schleppe.
Nach dem Jahwort und vielen Freudentraenen der Braut und einiger Gaeste verliessen wir unter Seifenblasenregen die Kirche und versammelten uns im Countryclub auf der Terrasse eines Restaurants und blickten voller Vorfreude den Fluss abwaerts, wo auch schon das stolze Brautpaar inkl. Trauzeugen mit dem Boot anlegten.
So gings dann weiter mit froehlicher Heiterkeit.. gutes Essen, Wein, das Tanzbein wurde geschwungen bis dann alles so muede waren und die Party zu Ende ging.
Ein Detail muss ich anmerken. Also durch das dass ich nun schon seit ziemlich langer Zeit die Partys aus der Welt der Latinorhythmen gewoehnt bin, empfand ich die tanzenden Geschoepfe als sehr steif, wenns um Hueftschwung geht +hehehehe+
Tanzen gehen in Nicaragua bedeutet dann doch was andres und hat vor allem mehr Leben und Leidenschaft.
Die kommenden 2 Tage verbrachten Nadine und ich mit Megan und Ryan, Familie und Freunden der zwei Brueder am Lake Geneva. Megans Eltern haben dort ein Ferienhaeuschen und so war endlich chillen angesagt. Gingen ausserdem Motorbootfahren (inkl. Wasserschi, Wakeboard und Tube- so ein Luftding wo man dirn sitzt und sich ganz fest festhalten muss), spazieren, hatten viel Zeit, um mit Megan und Ryan zu tratschen .. das ist auf der Hochzeit dann doch etwas zu kurz gekommen +hihi+
Und als grosses Highlight feierten wir den 4. Juli und genossen ein atemberaubendes Feuerwerk. Der Lake Geneva ist der See wo allllllle reichen Leute aus Chicago ihre Schloesser stehen haben. Der See ist umrundet von Villen, Burgen, Hauesern, die man eher Palaeste nennen sollte, doch diese Prachtbauten werden ausschliesslich aus Ferienhaeuser genutzt. Jeder Grund hat seinen eigenen Steg mit mindestens einem Motroboot und zwei JetSkis. Tja dieser Anblick hat mich dann ganz und gar aus meiner zur Zeit herrschenden Realitaet geworfen. Aber wie gesagt man kann diese zwei Welten nicht vergleichen, sie sind zu verschieden.
Nach ausreichenden erholenden Stunden stand schon fast wieder die Heimreise vor der Tuer. Den letzten Tag nutzten wir dazu Chicago DownTown kennenzulernen. Ein Freund von Brian setzte uns in der Grosstadt ab und mir blieben schon mal gleich die Augen offen stehen. Ein Riesenhochhaus neben dem andren, Hoehen die schwer zu erahnen sind, so viele verschiedene Menschen die durch die Strassen zischen, Shoppingmeilen mit H&M, Starbucks, MCDonalds, Zara, Forever 21 usw. Der schoene Lake Michigan und die vielen Wasserstrassen die durch die Stadt fliessen, ein wunderschoener Milleniumspark der nur so zum Leute beobachten einlud, etc.
Nadine und ich machten eine Bootstour und liessen uns ein bisschen ueber die Geschichte Chicagos und seiner enormen Bauten erzaehlen, gingen shoppen (haette ja alles kaufen koennen hihihi), genossen es einfach nur im Park zu sitzen und die vielen verschiedenen Kulturen von Menschen wirken zu lassen und gegen Abend gingen wir mit einem Anwalt den wir auf der Hochzeit kennengelernt haben in ein typisches Afterworklokal Abendessen.
So ging unser Ausflug in eine so ganz andere Welt zu Ende, wir fuhren noch am gleichen Abend zum Flughafen, schliefen ein paar Stunden auf den Baenken bis wir dann um 4 Uhr Morgens einchecken konnten und wir abhoben in Richtung Heimat.
Die 5 Tage in den Staaten waren einfach der Wahnsinn so viele neue Eindruecke, haben viele liebe Menschen getroffen, die sich um uns gekuemmert und uns verwoehnt haben, viel Action von frueh bis spaet und eine Hammerabwechslung erlebt.
Wo wir dann wieder am Miniflughafen in Managua gelandet sind, aus dem Flughafengebauede raus und uns schon wieder die Taxifahrer umgerannt haben mit lautem Geschrei --- Celitas bonitas a donde van a donde van?? So wie uebersetzt--- ihr huebschen weissen Maedchen wo geht ihr hin? .... habe ich gewusst sodala ich bin wieder hier +gggggg+
Das was in den Staaten echt angenehm war, ist dass wir einfach nicht aufgefallen sind, weil dort ja so viele verschiedene Kulturen am gleichen Ort leben. Hier in NIca ist man als Cela immer was Exotisches, das aendert sich auch nach eineinhalb Jahren auch nicht.
So das wars mal mit dem Geplausche, ich will euch ja auch nicht ueberforden.
Nur noch kurz....
Im Proyecto Samaritano laeuft soweit alles ganz gut. Haben jetzt schon einen Physiotherpeuten gefunden der nach uns das Projekt uebernimmt und so unserer Arbeit mit viel Eifer weiterfuehren kann. Ist ein super Netter, heisst Manuel ist so um die 30 Jahre alt und hat physiotherpeutisch gesehen einiges auf Zack. Er hat schon in einigen Krankenhauesern mit Kindern gearbeitet und bringt so ein gutes Paket an Kenntnissen mit.
Da es in Nicaragua keine Ergotherapeuten gibt, werde ich Manuel genauestens einschulen und einen gorssen Teil dessen beibringen, was ich meine taegliche Arbeit mit den Kids nenne.
Es gibt auch noch einen grossen Wechsel. Nadine hoert ab September mit der Arbeit im Projekt auf und somit faengt Manuel schon ab September an halbtags zu arbeiten. Somit habe ich bis Weihnachten Zeit ihn auch ergotauglich zu machen, um dann im neuen Jahr die Arbeit endgueltig zu uebergeben.
Kurz noch aus dem Kinderdorf:
Bin immer noch jedes zweite Wochenende mit Herz und Seele bei den Kids in Jinotepe... in letzter Zeit so gar oefter und laenger als ich muesste, weil ich sie einfach so lieb habe. Mit meinen 14 kleinen Jungs aus meinem Haus mache ich regelmaessig Pijamaparties und alle reissen sich darum neben mir zu schlafen und moeglichst viele Videos anzuschauen. Meistens ists dann so dass wir zu zehnt auf einer, meiner Matratze schlafen +hihihihihihi+ und ganz lange aufbleiben, Polsterschlacht inklusive.
Vor Kurzem waren wir gerade mit den Kids am Meer in San Juan del Sur, da Ferien waren .. ein Wahnsinnsausflug. Es hat zwar wie nichts geregnet, aber das macht den aufgeweckten Geistern natuerlich gar nichts aus. Wir haben sie nach vielen Stunden richtig aus dem Wasser zerren muessen +hihihihihihihi+
So ist im Haus bei den Kids immer was los. Ein schon etwas aelterer Junge (20) kam vor Kurzem zu mir und hat mich gefragt, ob ich ihm nicht ein bisschen deutsch beibringen moechte... ich hab gemeint gut wenn du fleissig uebst dann gibts jetzt jedes Mal, wenn ich komme einen Deutschunterricht. +hihi+ Chember, so heisst er, ist von der Atlanktikkueste und erst seit Kurzem im Kinderdorf. Seine Muttersprache ist Miskito, die Sprache, die der Grossteil der Bevoelkerung der Atlantikkueste spricht. Somit werde auch ich ein bisschen zum Miskitosprechen beginnen, weil Chember gemeint hat, wenn ich eine gute Deutschlehrerin bin, dann muss er sich auch als Sprachlehrer ueben.
Soooo aber jetzt wirklich, werd euch bald noch ein paar Fotos von den Kids und meiner Arbeit hochladen
Hab euch liieb
Liebe Gruesse Verena
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