Montag, 22. Februar 2010

Playa Popoyo, Astillero, Moyogalpa - ein kaum zu übertreffender Trip an die Pazifikküste

3. Descanso - Strand, Strand und wir


Etwas verspäteter Bericht, aber da die vergangene Woche sehr arbeitsreich war ists sichs nicht früher ausgegangen ..... ;)


Freitag früh, läutete der Wecker wieder mal sehr zeitig, diesmal nicht zum Arbeiten--- nein das Descanso stand vor der Türe.
Da fiel das Aufstehen besonders leicht. Rucksäcke waren bereits gepackt und schon konnte es losgehen. Um 7:00 nahmen wir die Lancha von Moyogalpa nach San Jorge und setzten uns gleich ins nächste Kollektivtaxi nach Rivas.
Da die Überfahrt mit der Lancha länger dauerte als normal (Wellengang, Probleme beim Anlegen) dachten wir, dass wir den letzten Bus an die Pazifikküste (Las Salinas, Playa Popoyo) verpasst hätten. (hätte um halb 9 gehen sollen) Aber zum Glück befinden wir uns in Nicaragua, wo die Uhren etwas anders ticken. Stiegen aus dem Taxi aus - es war schon nach 9 und der erste Bus der uns ins Auge fiel, hatte die Aufschrift >>Tola, Las Salinas<<. Qué suerte!!! Kauften noch etwas Obst für die Busfahrt ein und dann gings auch schon los. Die Busfahrten hier sind sehr amüsant und da vergehen zweieinhalb Stunden wie im Flug. Über Stock und Stein quälte sich der Bus und sammelte alle Leute mit Hupen ein, die er finden konnte. Außerdem wurde wie wild auf- und abgeladen - unzählige Säcke mit Reis, Kanister mit Wasser, Matratzen, usw. Die armen zwei Burschen, die die gewaltigen Massen auf das Dach des Buses bekommen mussten taten mir schon richtig leid +gg+ Ich glaube mit der Anzahl von den Säcken von Reis wurde ein ganzes Dorf versorgt. Zwischendurch stieg mal eine Frau ein, die zwei kleine Hendln in der Hand hatte. Zur Mittagszeit hin wurde der Bus dann so richtig voll, eine Schulklasse quetschte sich in die letzten Freiräume des sehr "geräumigen Buses" +gg+ Die Kinder grinsten uns mit großen freundlichen Augen an und schauten ganz neugierig :) Während der Fahrt konnte ich einen guten Eindruck der sehr einfachen Lebensweise der Dorfbewohner bekommen. Häuser aus Wellblech, Holz oder tlw. nur großen Plastikplanen, Schweine, Hühner, Kühe und Pferde laufen hier herum wie Hunde und so musste der Bus einige Male abstoppen, um die Tiere passieren zu lassen. Kurz vor Mittag, teilte uns der Busfahrer mit, dass wir hier den Bus wechseln sollten- fuhren noch für ein Zeitl mit einen kleineren Bus weiter und wurden dann abgesetzt.
Und ja abgesetzt triffts, wir standen mitten auf einer Landstraße und weit und breit nichts, keine Häuser, keine Menschen, nur eine kleinere Straße die abwärts führte. Wir schlossen daraus, dass das wohl die Straße zum Strand sein müsste und so machten wir uns auf den Weg. Nach ca. 40 Minuten Fußmarsch erblickten wir die ersten Häuser, jedoch handelte es sich um entweder geschlossene Ferienhäuser oder baufällige alte Gebäude. Wir waren trotzdem guter Dinge, sammelten inzwischen Tamarindo, von dem es hier jede Menge an Bäumen gab und bald trafen wir auf Menschen. Ein paar Arbeiter versichterten uns, auf dem richtigen Weg zu den Hospedajen zu sein. Und so wars dann auch. Wir kamen schweißgebadet und etwas erschöpft am wunderschönen Strand Popoyo an. Hier gibts nicht wirklich ein Dorf, es ist eher eine Ansammlung von ca. 5 bis 6 Hospedajen, einem Restaurant und einer Bar. Sehr idyllisch. Die Auswahl der Hospedaje fiel so nicht schwer, wir kauften uns in der hauseigenen Bodega gleich eine Wassermelone und ließen uns für ein Mittagspäuschen in den Hängematten auf der Terasse der Hospedaje nieder. Zur Linken hatten wir Ausblick auf den Fluss der als Lagune neben der Hospedaje endet und bei Flut des Meeres mit dem Meer zusammenfließt. Somit zur Rechten der Strand. Waren gerade ganz relaxt als eine hohe krächzende Stimme unsere Ruhe störte. ---- ein Papagei, der wohl auch Teil des Inventars der Hospedaje ist, gesellte sich zu uns und wollte unbedingt die Aufmerksamkeit auf sich lenken.
Nach genügend Erholung machten wir uns auf die Umgebung zu erkunden, Menschen waren immer noch mehr oder weniger keine zu erblicken, dafür war die Landschaft umso beeindruckender. Spazierten ein bisschen den Fluss entlang, gesäumt von vielen Sträuchern und lianenartigen Gewächsen, wir trafen auf zwei Ferkel, die sich im Sand sulten und uns ein Zeitl begleiteten. Wir überquerten die Lagune kletterten über einige sehr vielfältige unterschiedliche Felsen, blickten in die Weite des weißen menschenleeren Strandes und ließen uns schlussendlich auf ein paar Steinen am Wasser nieder, um die Sonne und den Wind zu genießen. Apropro Wind- ja der bläst hier ganz anständig und dadurch, dass der Sand sehr fein ist, wurden wir tlw. so richtig schön sandgestrahlt +ggg+

Gegen Nachmittag krochen dann doch noch lebende Wesen aus ihren Gemächern und nach und nach kamen die Surfer angeschlendert, um die immer größer werdenden Wellen zu erwischen. Machten auch gleich Bekanntschaft mit Samir- wohl einer der sehr guten Surfer Nicaraguas, der seine Künste zu Recht preisgab. Verweilten bis kurz vor dem Sonnenuntergang am Strand und beschlossen nachdem das Wasser immmer weiter und weiter stieg doch den Rückweg über die Lagune anzutreten. Rückweg war gut gedacht, weil Weg wars jetzt keiner mehr. Lagune und Meer sind zusammengeflossen und wir mussten somit schauen unsre Sachen trocken ans andere Ufer zu bekommen. Einige Surfer paddelten grinsend an uns vorbei (siehe Fotoalbum)
Gut am anderen Ufer angekommen genossen wir den wunderschönen Sonnentuntergang und kehrten in unsre Hospedaje zurück. Zu Abend gegessen wurde natürlich Fisch. Und so wies in Hostels so üblich ist saßen wir nicht lange alleine. Ein australisches Pärchen, zwei Burschen aus Holland, zwei aus Texas und schlussendlich auch Samir gesellten sich zu uns und es wurde wieder mal eine sehr internationale Runde. Später gings dann weiter ins Hostel gegenüber, wo sich eine weiter Gruppe von Surfern aus Frankreich, Spanien, Argentinien, der Schweiz und Nicaragua vergnügte. Konnten somit gute Kontakte mit den einheimischen Surfern knüpfen und uns zu später Stunde mit einem "bis zum nächsten Mal" verabschieden.

Mit vielen wunderschönen Eindrücken verließen wir am nächsten Morgen das "Surferdorf" am Playa Popoyo und uns stand die lange Landstraße bevor die wir schon am Vortag bewältigen mussten. Noch dazu wussten wir nicht, ob wir einen Bus antreffen würden, der uns dann weiter in den Norden bis zum Fischerdorf >>Astillero<< befördern würde.

Das war wahrscheinlich schon zu viel nachgedacht weil nach ca. 200 Metern hielt ein Pickup neben uns an und die zwei Burschen fragen, ob wir eine Mitfahrgelegenheit bräuchten. Nadine und ich grinsten uns an und freuten uns über diesen Wink des Schicksals +gg+
Als die zwei meinten, sie müssten eh auch nach Astillero, waren wir sehr froh, diesen Teil der Reise gemütlich in einem Pickup verbringen zu dürfen. Etienne der Franzose (Fahrer), der schon seit zwei Jahren in Nicaragua lebt und der Spanier am Beifahrersitz (hab seinen Namen vergessen) kamen gerade von einem Surftrip am Playa Popoyo zurück. Erfuhren nach einiger Zeit Quatschen dann, dass Etienne auf den Hügeln über Astillero ein Surfcamp bestehend aus kleinen Hütten zum Übernachten und einer Bar mit Hängematten und wunderschönen Blick aufs Meer geschaffen hat und sich somit hier sesshaft gemacht hat und sein Geld verdient. Der Spanier war zu dem Zeitpunkt sein einziger Gast. Etienne zeigte uns sein Surfcamp und wir waren regelrecht beeindruckt. Hätte uns auch gleich einen super Preis zum Übernachten und Essen angeboten, falls wir in Astillero nichts finden sollten und brachte uns anschießend in das kleine Fischerdorf.

Und ich kann nur wow sagen - ja Astillero ist eines der Dörfer Nicaraguas, das wirklich authentisch ist. Nadine und ich waren die einzigen Touristen. Suchten uns eines der zwei vorhandenen Hospedajen aus und bezogen ein Zimmer mit direkten Blick auf den Strand, bzw. es befand sich am Strand +g+ Wir wurden herzlich von den einheimischen Besitzern des Hostels begrüßt und kamen gleich mal ins Gespräch mit einigen Arbeitern die dort weiteren Zimmern werkten. Das Hostel ist noch im Entstehen ;)
Astillero ist ein Fischerdorf an der Pazifikküste, in dem der Großteil der Einwohner versucht davon zu leben, was sie jeden Tag hart an Fischen ans Ufer bringen. Gefischt wird hier mit handgefertigten "Angeln" (Holzbrett mit Nylon hermugewickelt und Haken am Ende) So kann man sich vorsellen, dass dies eine schwere Arbeit ist und oft nicht genügend einbringt um gut leben zu können. Die Menschen hier leben wirklich sehr einfach, so wie ich auch davor schon beschrieben habe in Häusern aus Wellblech und Planen, Plumpsklo, Ziehbrunnen und Schweinen und Hühnern im Garten. Nichtsdestotrotz oder vllt gerade deswegen strahlen die Menschen hier eine Glücklichkeit und Lebensfreude aus, die sich unser eins wahrcheinlich oft wünschen würde.
Nutzten den schönen Tag um wieder ein bisschen die Küste zu erkunden, mit auf den Felsen stehenden Anglern zu quatschen und einigen Surfern zuzuschauen. Die Küste bestehend aus Sandstrand und Felsriff ist so vielfältig, dass wir wahrscheinlich den ganzen Tag nur fotographieren gekonnt hätten.
Als die Sonne sich jedoch zum Meer hinneigte kehrten wir zum Hostel zurück, setzten uns in die Liegestühle auf unserem Balkon mit direkten Blick auf die untergehende Sonne und genossen diesen Anblick. Zum Essen bekamen wir zu einem Spotpreis ein Gericht aus Fisch, Gemüse, Reiß und Tostone, dass wir schauen mussten, überhaupt alles zu packen. Die Inhaberin des Hostels hat nur für uns ganz schön aufgekocht. Für den nächsten Tag hätten wir mit dem Fischer des Hostels ausgemacht früh aufs Meer hinauszufahren, um selbst die Angelkunst zu erlernen. Standen so am nächsten Morgen sehr zeitig auf nur leider machte uns der Treibstoff einen Strich durch die Rechnung- der Fischer konnte keinen Treibstoff mehr bekommen, da er am Vortag aus war, und am Sonntag schauts noch schlechter damit aus. Egal, ich glaub wir haben noch viele Möglichkeiten Fischen zu gehen.
Nutzten so die frühe Stunde und machten uns per Bus wieder auf den Rückweg nach Rivas. Diesmal dauerte die Fahrt etwas länger, da wir einen ziemlichen Umweg über noch anderen Dörfer machten, und zudem einige kleine Flüsse überqueren mussten. Wieder war es sehr interessant die "vorbeifahrende" Umgebung zu beobachten und wurden um eine Erkenntnis schlauer--- Sonntag ist der Tag des Baseballs, denn in nahezu jedem Dorf konnten wir einen Sportplatz erblicken an dem eifrig gespielt wurde. Nach guten drei Stunden kamen wir schon halb ausgehungert in Rivas an und stürzten uns ins Marktgetummel. Deckten uns mit einer Riesenpapaya, Bananen und Mandarinen ein und machten es uns im Schatten eines Marktstandes gemütlich.

Nach guter Kost machten wir uns auf den Weg nach San Jorge, warteten noch ein Zeitl am Hafen, beobachten die Massen von Leuten am Strand des Sees (Sonntag ist auch der Tag des Strandes +g+) und fuhren dann mit der Fähre nach Moyogalpa, wo wir den letzten Tag (inkl. Nacht) unseres Descansos verbrachten. Suchten uns gleich eine sehr gemütliche Bleibe, ein Hostel geführt von Aussteigern aus Kanada, sehr bunt und hippimäßig eingerichtet mit Palmen, Tamarindobaum (!) und Reh (oder zumindest so ähnlich) als Haustier im Garten.
Genossen den restlichen Tag in der kleinen sehr idyllischen schönen Hafenstadt und setzten uns gegen Abend an den See, um den dritten wunderschönen Sonnenuntergang in Folge zu beobachten. Ein Storch und eine Mutter, die mit ihren Kindern im Seewasser ihre Wäsche wusch, leisteten uns Gesellschaft. So ging der Abend gemütlich zu Ende, wir chillten noch ein bisschen in den Hängematten im Garten des Hostels und legten uns dann auf die fast nicht vorhandenen Matratzen, um zu ruhen +g+. War nicht so tragisch, ich schlaf auch auf hartem Untergrund sehr gut.
Montagfrüh gönnten wir uns noch einen kurzen Stadtbummel und fuhren dann mit dem Bus nach San Lazaro -- zurück nach Hause.

War wieder mal ein wahnsinnig aufregendens Wochenende- viel erlebt- viel gesehen und viele Fotos gemacht +g+

viele bussis verena

1 Kommentar:

  1. The actual reasons why hostels open, are maintained or reappear as a solution to
    homelessness are found in both the policy context and traditions.

    Pousadas Em Natal

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